Kirmes 1962

Kirmes in Kohlscheid erster Teil



Liebe Besucherinnen und Besucher,
dieser Bericht soll Ihnen Spaß machen. Ich habe für Sie die interessantesten Hinweise, Aufschreibungen, Erzählungen und Fotos gesucht und in zwei Teilen zusammengestellt.
Ein Wort zu den Fotos - sie haben  allesamt lediglich dokumentarischen Wert.

Was bedeutete die Kohlscheider Kirmes?

      (C) Sammlung  E. Hallmann

Einhellig berichten die Zeitgenoss*innen über die Pfingstkirmes in Kohlscheid.  – Das war was, die Weststraße war voll, die Südstraße war schwarz, da kamen sie aus Bardenberg, Würselen,  Richterich und Kirchrath.  Die Anwohner am Markt hatten sehr laute und lange Tage.

Peter Loosen, Schausteller in dritter Generation aus Würselen, berichtet von seinem Großvater. Er kam anfangs mit kleinen Karussellchen und dann mit immer größeren Attraktionen nach Kohlscheid. „Das sind die besten vier Tage im Jahr“ sagte er immer.

Eine ältere Kohlscheiderin  kommt ins Schwärmen, wenn sie über Kirmes erzählt.


In diversen Schriften finden sich Hinweise und Fakten zum Thema Kirmes in Kohlscheid.

Aber das Rätsel, wann genau die erste Kirmes in Kohlscheid war, konnte noch nicht gelöst werden.

Auf alle Fälle ging es an St. Katharina los bis runter in die Oststraße. Anfangs bis auf die Höhe des Friedhofs und auf der anderen Seite bis alten Schule und zum Sportplatz. Nachdem der Wintgens Hof abgerissen wurde, dann groß auf dem „Kirmesplatz“. Hautnah erlebten die Anwohner des Baggensplatz die Kirmes und die Schausteller. 

Kirmes war aber nicht nur draußen. Auch zu Hause. Denn die Verwandtschaft kam ja auf dr Kaffee. Kirmes war also auch Familienbesuch und der Gang über die Kirmes mit dr Besöck, das waren die Massen, die die Schausteller für ein gutes Geschäft brauchten.

Abends gingen die, für die es passte, in die Wirtschaften oder gar zum Tanz. 


Der Begriff "Scheeter Kirmens" war bis in die 70er Jahre weit über die Ortsgrenzen hinaus, heute würde man sagen, eine super eingeführte und bekannte Marke.



Aus alten Aufschreibungen:


Daten mit dem Begriff „ Kirmes“  finden sich im „Aachener Leben“  von Albert Huyskens im Zusammenhang mit einer Aachener Wallfahrt nach Aldenhoven im Jahr 1746. 

Joseph Gasten zitiert im Buch „Pfarrkirche St. Katharina“: „1827;  "Pastor Mertens erbat für Kohlscheid die Erlaubnis, am ersten Sonntag im September (Kirmes) die althergebrachte kleine Prozession halten zu dürfen.“


Josef Aretz (JA) zitiert aus Büchern,  Anzeigen und aus Aufschreibungen zu Aachen:

1704, 14.05. JA:  
Aachen verbietet die Mitnahme von Brouckplätzen oder Pfefferkuchen bei den Kirmesprozessionen, das Tanzen in den Pfarrkirchen, das Aufrichten von Rosmarinstöcken an den Häusern, den Ausschank von Wein und Bier während der Prozession, das Schießen und den Kostenaufwand durch die "Himmelsknechte". (Poll, Geschichte)

1848, 22.10. JA:
Heute, Sonntag, findet in Herzogenrath die Wendelinus‑Kirmes mit einem Krammarkt statt. (ÖA AC, 1848, Nr. 42, S. 306, Anzeige 865)

1851, -- JA:  
Karl Borromäus Cünzer, er lebte 1836 in Aachen, veröffent­licht im Jahre 1851 die „Aachener Liebes­geschichte in napole­onischer Zeit 'Folie des Dames'. In ihr schreibt er, daß die Kirmes in Pannes­heide (Kohl­scheid) für die Aachener eine At­traktion ist, die man gern besucht. In diesem Zusammenhang ist auf die Kohl­scheider Re­densart zu verweisen, die an Kir­mestagen gerne be­nutzt wird: „Mam, döch der Flaam futt, de Öcher koome!” (Aretz)

In den „Spuren der Vergangenheit“ von Josef Aretz
finden sich viele weitere Hinweise:


1933, 16.07, JA:  
Die Kohlscheider Schützengesellschaft 1908 feiert ihr 25jähriges Bestehen mit einer Bannerweihe und einem Volks- und Heimatfest nach alter deutscher Art und Sitte. Die Jubelgesellschaft hat für die örtlichen Bruderschaften und die vaterländischen Vereine ein Schießprogramm erstellt; die Preise, sie sind bei Hammers (Weststr. 10) ausgestellt, sollen im Heimatort bleiben. Vorsitzender des Festaus­schusses ist der „Vorsitzende des Kohlscheider Heimatvereins, Dr. Paul Rosenbaum”. Gestern Umzug der Korps Kohlscheid -Nord und Vorwärts mit Zapfen­streich. Heute ist nach einem Wecken der Marsch zum Hochamt mit Bannerweihe. „Das Bild der neuen Fahne stellt die zweite Pfarrpatronin, die hl. Lucia dar. Sie wurde von den 08-Schützen als Patronin gewählt, um damit ein Stück Kohlscheider Heimatge­schichte festzuhalten. „Bekanntlich ist die Herbstkirmes entstanden als Feier der Überführung der Reliqien der Heiligen Lucia. Diese Überführung fand am 1. Sonntag im September (06.09.1807) statt.” (06.9.1807; s. Aretz, Spuren I., S. 321)

1807,   06.09. JA:  
Zum Fest der hl. Luzia wallfahrteten die Gläubigen bis 1792 nach Klosterrath; dort gab es eine Reliquie der Heiligen. Dieses Reliquiar wurde vermutlich von einem Chorherrn vor den anrückenden Franzosen in Sicherheit gebracht. Dortans (?) holte es nach Kohlscheid. Heute erhält es in der hiesigen Kapelle einen neuen Platz und wird, vor allem wegen einer im Jahre 1800 ausgebrochenen Epidemie, die viele Menschen dahinraffte, mit großer Feierlichkeit verehrt. Das Brustbild der hl. Katharina und das Brustbild der hl. Luzia sind in mit Glasfenstern versehenen Vitrinen in der Kapelle aufgestellt. (Franken: 20.12.1959 und 1970, S. l3; Gasten 1989. S. 54))

(c) Foto Michael Offermann

(c) Foto Michael Offermann

AB:  wir hatten zu besonderen Festen immer zwei Büsten auf dem Altar stehen, die Katharina und die Lucia.



Die vier Bände von Josef Aretz: Spuren der Vergangenheit nebst Nachlass sind die Wissensquelle für viele Blogs. Zitate hieraus sind blau unterlegt dargestellt.

Die Bücher sind sehr empfehlenswert; ggf. noch im Buchhandel erhältlich. Ansonsten Anfrage bei uns.


Insgesamt fanden wir über 100 Einträge zum Thema Kirmes.


Für Interessierte kann ich gerne Rücksprache mit Fam. Aretz nehmen, ob ich Ihnen ein PDF mit allen Texten zur Kirmes aus den vier Bänden und auch aus seinem Nachlaß zusammenstellen darf. 

(C) Sammlung VRS

Das Hängekarussell von Johann und Anna Vonderbank vor St. Katharina, 30er Jahre


Eine ältere Kohlscheiderin - Sie erzählt spontan:


in ihrer originellen Sprache


Pfingsten in Kohlscheid war ganz große Kirmes. Menschenmassen kamen die Weststraße  erauf aus Bank und von Kämpchen die Südstraße. Ganz Klinkheide und Bleierheij kam über die Nordstraße. Auf dem Markt kam alles zusammen und schon vor dem Markt war es schwarz vor Menschen:

Dann schob möe  sich auf dr  Markt.   Dat fing an de Kirche an, do stong e Kölsch Hännessje Theater.  Dr Maat eraf , Bud a Bud  bis unten dat jing an beiden Seiten, da waren große Schaujeschäfte, en  Raupenbahn, e Kettenkaressel,  dazwischen war dicht, da konnten se über de Köpfe jehen

1938 , das Jahr von de Kinderkommunion. Dat  weiß ich noch,  bei Baggen hier,  da hatten wir noch Besuch hier von auswärts, da bin ich et erste mal auf e son jroße schaukel , die so durchjing, da stand man in e sone Käfich.  Bei Baggen stand ja noch dat Häusje mittendrin.

Auf dem Markt war ja nur Walter, dat Restaurant lag nicht an de Straße, dat war erein jebaut, drumerum war alles frei, da standen Kettenkarussel;  Raupenbahn,  auf dr Wahlensplatz,   en de Heij do stong et Kettekarressel,    vor dem Wohlfahrtshaus e kleines Karressel. Die großen Schaugeschäfte die standen aufm Markt un dann de Straß  erunter.  Dee Kirmesplatz, dee bestand ja net.

Aber zu meiner Jugendzeit, also später, stand da immer en Raupenbahn.  Also die Kirmes,  dat war hier ene Sensation.

För mich et schönste wor dat Hännesje theater us Kölle. 

Früher, wenn Pingskirmes wor,  kam immer die Verwandtschaft zu Besuch.   Da brachten wir dr Teich un et obbs nach dr Bäcker. Und  da wurden die Fleäm jebacken. Un namitags mußten wir Kinder  die Fleämschere op die Höötschere abholen. (Horden,  Lattengerüste auf denen fünf bis sechs Fläden passten. )

Ja und die Entwicklung von de Kirmes -  von Jahr zu Jahr wurde es immer wenijer.  

und hier  die Übersetzung auf Hochdeutsch (jotdütsch)


Zu Pfingsten war in Kohlscheid ganz große Kirmes. Menschenmassen kamen über die Weststraße  aus Bank und von Kämpchen die Südstraße hoch. Ganz Klinkheide und Bleyerheide  kamen über die Nordstraße. Auf dem Markt kam alles zusammen und schon vor dem Markt war es schwarz vor Menschen.

Dann schob man sich auf den Markt.  Die Kirmes fing an der Kirche an. Da stand ein   Kölner  Hännessjen Theater. Auf dem Markt und die Straße runter standen Bude an Bude, bis unten.  Das ging an beiden Seiten. Da waren große Schaugeschäfte, eine  Raupenbahn, ein Kettenkarussell,  dazwischen war dicht, da konnten man über die Köpfe gehen.

Auf der Kirmes 1938 , das war das Jahr meiner Kinderkommunion, das weiß ich noch, da hatten wir noch Besuch von Verwandten, da bin ich bei Baggen hier das erste mal auf der großen Schaukel , die so überschlug. Da stand man in einem Käfig und nicht in einem offenen Schiff.

 Bei Baggen auf dem Platz  stand ja noch das Häuschen mittendrin.

Auf dem Markt war ja nur die eine Gaststätte Walter. Das Restaurant lag nicht an der Straße, rundherum war alles frei, aber zur Kirmes stand alles voll mit Buden und Karussells. Auf dem  Wahlensplatz auch en de Heij,  genannt  da stand das Kettenkarussell und die Raupenbahn. Vor dem Wohlfahrtshaus stand ein kleines Karussell. Die großen Schaugeschäfte, die standen auf dem Markt und dann die Straße  runter.  Der Kirmesplatz bestand ja noch nicht. Aber zu meiner Jugendzeit, also später, stand da immer eine Raupenbahn.  Also die Kirmes,  das war hier immer eine Sensation.

Für mich am schönsten war das  Hännesjen Theater aus Köln. Früher, wenn Pfingstkirmes war,  kam immer die Verwandtschaft zu Besuch. Vorher brachten wir Kinder den Teig und das eingemacht Obst zum Bäcker.  Hier wurden die Flädchen gebacken. Nachmittags mussten wir  die Flädchen auf den Horden  abholen.

Ja, und die Entwicklung der  Kirmes -  von Jahr zu Jahr wurde es immer weniger.  

(C) Sammlung VRS  um 1935

Die Überschlagschaukel        Looping the Loop

Die Bremser stehen bereit, die Körbe sind noch leer, im Hintergrund Mitte ist die schöne Orgel zu sehen. Der Text auf dem großen Schild oben: Vergnügungspark Rheinland Aachen, ??????, Weltsensation, Kunst und Lob der deutschen Technik, Looping the Loop

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1951, 04.09. JA:  
Die diesjährige Herbstkirmes, die heute zu Ende geht, hat nichts an Anziehungskraft verloren. Die Zufahrtsstraßen waren wieder aus al­len Richtungen mit Prozessionen von Besuchern belebt. Wegen der unüberwindbaren Verkehrspro­bleme sollte wenigstens im unteren Kir­mesbereich die Ho­heneichstraße nicht mit Buden etc. bebaut werden. (AVZ, 05.09.1951)

(C) Hallmann

Erich Hallmann hat folgendes Verzällchen:

Die Kirmes

1960, ich bin 12 Jahre alt und Messdiener. Ostern und Kommunion sind vorbei.  Sonntag ist Pfingsten. Jetzt kommt Kirmes. Nach dem Hochamt wird aufgemacht.  An den Tagen vorher ist schon viel los. Holzbretter knallen, Metall klappert, Schraubenschlüssel lassen Rohre und Stangen klingen. Wände werden geklappt, Buden entstehen.
Wir gehen an Eis Bindels und Elektro Ritzen vorbei. Hier sitzen sie, die Frauen, die mit Schmackes die geschälten Kartoffeln in die Wasserbütte schmeißen. Sie haben Spaß, es hat geklappt. Wir haben große Spritzer abbekommen. Wir könnten auch vor der Bude also in der Straße vorbei gehen. Was wollen wir? Wollen wir, dass die Frauen Spaß haben oder dass wir zeigen können, wie geschickt wir im Ausweichen sind?  Wir warten bis wieder eine Kartoffel kurz vor dem Nacktsein ist.

(c) Sammlung VRS, Familie Heekerens beim Kartoffelschälen

Es ist hinter dem  Frittenwagen, wo ich voriges Jahr gesehen habe, dass die Frau 20 Mark gegeben hat.  Die Frittenfrau hinter der Theke aber behauptete nur 10 Mark bekommen zu haben. Ich sagte laut, was ich gesehen habe, fand aber bei beiden kein Gehör.

(C) Sammlung VRS,  Imbiss Offermann / Fuhrmann

Gegenüber, vor dem Laden von Frau Fleu mit den Kreuzen und Rosenkränzen steht immer der Schreihals mit dem Zeitungspapier. Er schreit einen Preis für einen Gartenzwerg und schaut in die Runde. Nichts. Er schlägt mit der Hand so gegen die Zeitung, dass es knallt. “Und noch den hier dabei“, und  rollt das Gipsding mit ein. Nichts.
Wenn die Zeitung nicht reicht, nimmt er noch weitere Blätter und schlägt wieder mit der freien Hand die Zeitung, dass fast die Buchstaben abfallen. Und noch ein Gipszwerg. Jetzt greift einer zu. Die Dinger sind weg. Die Zuschauer werden immer mehr. Die Straße steht voll. Das Theater ist wirklich schön. Alle spielen mit. Der Gartenzwergverschläger, -vertreiben tut er sie ja nicht – steigert sich so lange, bis seine Stimme eine Pause braucht.
Die Leute können sich jetzt umdrehen und knubbeln sich an dem Tisch mit den Farben.  Es schlägt die Stunde des Schwarz/Weiß Färbers. Kunstvoll zeigt er mit feinen Pinseln die Kolorierung von normalen Fotos. Immer mehrere Fläschchen werden auf einmal verkauft. Das macht seine Frau. Es gibt trotzdem welche, die nur Rot haben wollen. Sie klärt dann auf.  
Die Mütter mit den Kleinen verhandeln mit dem braungebrannten Riesenkerl, der einen Eisbär an der Leine hat. Er will für ein Foto mit seinem verkleideten Kollegen ich weiß nicht wie viel haben. Wie das geht mit dem Abziehen und Foto-bekommen weiß ich nicht, will ich  aber auch nicht. Das Foto wird gemacht, die Männer ziehen schon weiter.

Es knallt und scheppert. Ich probiere es nicht,  es ist zu teuer. Und was soll ich auch  mit einer Rose? Aber das „Ping“ wenn das Blei an die Rückwand prallt, hat was. Wie jedes Jahr  nach Pfingst-Mittwoch, wenn alles abgebaut ist, werden wir die Bleikügelchen an den Standplätzen der Schießbuden sammeln.

(C) Sammlung VRS,  Schießbude Heekerens 1950

Ich wechsle die Seite und bin bald am Baggensplatz. Hier wird der Grundstein zur Spielsucht gelegt. Der Glücksblinker. Sechs Zahlen, sechs Quadrate, sechs Lampen, abgedeckt mit einer Glasplatte. Herr Herpers aus Bardenberg betreibt dieses offene Kleinroulette Casino. Er hat nichts anderes zu tun als ein Rad zu drehen.
Eine Zeitlang leuchten die Lampen unter den Quadraten hintereinander weg auf  und dann - Die Gewinnerzahl -
Wer den Groschen auf diese Zahl gelegt hat, der bekommt eine Wertmarke. Um die Reihe mit den Quadraten herum sind die Preise fein säuberlich aufgekramt. Pustefix ist der Renner.

Für mich Profispieler zählt aber die Barauszahlung. Eine Fahrt Kettenkarussell kotet vier Groschen. Habe ich noch zwei Groschen und gewinne zweimal, dann habe ich noch die zwei Groschen und eine Fahrt Kettenkarussel. Schiffschaukel ist aber viel schöner. Vor dem Bremsen noch mal richtig Schwung geben.

Die Kette steht vor der Polizei, die Schaukel steht vor Warrimont. Dann geht es auf den Platz. Eine Wasserbütte mit genummerten Enten ist der Angelteich. Auch hier gibt es die Sachen zu gewinnen wie im Glücksblinker. Es gibt aber keine Barauszahlung.
Also weiter zu der langen Reihe von Lakritz in jeder Form, rautenförmig, gerollt, gewalzt, kurze und lange Stangen und letztendlich die bunten Liebesperlen und Massen an Süßigkeiten.
Der absolute Ausdruck der Zuneigungs-Bekundung waren die beschrifteten Lebkuchenherzen. Da kamen die geschossenen Rosen nicht mit. (Dass die Kirmes eigentlich der Findung des Liebsten, der Liebsten diente, praktizierten wir erst mit 14, ja oder mit 15 oder so.)

Die kleinen Buden konnten den Blick nicht verstellen. Den Blick auf die buntesten Tafeln mit schön gemalten Bildern aus dem, ja ich weiß gar nicht aus welchem Leben. Das war was und das drehte sich auch noch. Die Bilder zogen vorbei wie in späteren Zeiten eine Diaschau in Schleife und unten, ja da war die große Auswahl.
Wir waren da zu alt für. Aber die Mütter setzten die Kleinen auf ein Schwein, Pferd, Fahrrad, Motorrad mit Beiwagen, in das Polizeiauto, den Hubschrauber, den Bus, …..
Diese auf der einen Seite kunstvoll modellierten auf der anderen Seite äußerst robusten Aufbauten sind sicher heute ein Vermögen wert.
Angetrieben wurde dieses Karussell elektrisch aber verbunden mit einer besonderen Vorrichtung.   Es gab ein Blechbecken mit Deckel, gefüllt mit einer Flüssigkeit. Wurde der Deckel geklappt, senkte sich ein auf dem Deckel montierter Metall-Kamm in die Flüssigkeit.  Dann fing das Karussell  an, sich zu drehen. Ganz verstehen tue ich es heute noch nicht. Damals war es wie Zauberei.
Weiter - die Buden wiederholten sich und es lagen auch wieder die Gerüche von Frittenfett und Backfisch in der Luft. Und ein komisches Geräusch. Das kam von der Drehvorrichtung zur Produktion von Zuckerwatte. Daneben dann das große Gebilde, wo wir schon beim Aufbau neugierig alles verfolgten.
Die Autoselbstfahrer-Metallplatte mit den farbigen Zweisitzerkisten, hinten dran die Fahnenstange ohne Fahne. Elektrisch Gebildete gab es damals unter uns auch schon. Und so wussten wir, dass es eine andere Art von Strom ist als die, die wir zu hause haben, die das Ganze hier funktionieren lässt.
Es war teuer, man musste beim Kassierer, der auch die Platten auflegte, Münzen kaufen, lief auf ein Auto zu und gab dem Burschen, der flink hin und her lief, die Marke und der Strom wurde eingeschaltet.
Ein Ziel wurde noch bei Stillstand ausgemacht. Eine zeitlang wurde gelenkt, Gas gegeben aber immer auf das Ziel zu. Der dicke Gummirand unten um den Zweisitzer herum minderte den Aufprall auf den Attackierten, konnte aber nicht ganz den Aufprall von Kopf oder Bein auf das Lenkrad, oder die Seitenverkleidung vermeiden. Ein Andenken an einen solchen Moment habe ich heute noch unter dem linken Auge. Es war aber der Andere Schuld; zumindest für zu Hause gesagt.

Eine Runde war immer zu kurz. Wer mehrere Marken hatte, blieb während der Ein- und Aussteigphase mit einer Geste der Großmächtigkeit sitzen. Der rechte Arm wurde weit in einem Rund ausgestreckt, so nach der Art zu sagen: „Das ist alles von mir, ich habe die Kohle um hier weiter zu fahren“. Überhaupt taugte dieses Vergnügen wieder der Liebsten zu imponieren aber auch zum ersten Mal zu fühlen, was Macht ist.
Mit dem richtigen „Anlauf“ konnte man die als Ziel ausgesuchte Kiste so richtig zum Wackeln bringen. Der Aufenthalt auf der Umrandung  zwischen Straße und Metallplatte war besonders gut an einem Pfeiler. Hier konnte man sich geben wie Elvis, obwohl Drafi Deutschers Marmor, Stein und Eisen lief, rauf und runter.

Strömte dann eine Horde weiblicher Wesen in Richtung Raupe wurde der gute Standort aufgegeben und bewusst gemächlich nachgezogen. Auf dem Weg die quälende Frage: Wo ist Platz? In einem Tal, wo dich keine Sau sieht oder auf dem Hügel?

 An der Kasse war immer Andrang. Einmal Ticketverkauf und mehrmals Abgabe eines Musikwunschs mit Ansagetext.

Eine geraume, manchmal auch lange Zeit musste man warten und dann kam es: „Sittin on a dock of the bay (Otis Redding)  für die Blonde mit dem roten Pulli“.
Wenn die Meldung sich auf den laufenden Betrieb bezog kam es natürlich aktuell: „Und nun wieder einmal eine Rückwärtsfahrt für Hänsel und Gretel in Wagen 18“.

Alle Welt schaute auf die 18, Hänsel und Gretel verbargen die roten Köpfe schnell in dem sie sich mit den Gesichtern eng zuwandten  und tief in die Augen sahen. Und nun, Gott sei Dank – endlich - Das Verdeck ging mit der allseits bekannten  Rauf und Runter Sirene über den rasend fahrenden Kreis mit den schmachtenden Wartenden, die durch die Zentrifugalkräfte in die äußere Ecke der Sitzbank aneinander gedrückt waren, von innen nach außen im Rundbogen zu.  Diese Zeit der Dunkelheit und Separierung von der Außenwelt, dafür wurde der Fahrpreis bezahlt.

Mensch, welch ein tolles Konzept für ein Karussell. Dem Planer gehört ein Platz im Familienministerium als Ehrenvorsitzender.

Ja, und bis ich 12 war, wurde am Donnerstag  tatsächlich Blei gesammelt. Wofür es war und was wir damit taten, das weiß ich nicht mehr. Ich glaube eher war es ein Abschied nehmen von schönen Stunden auf der Kirmes.

Gerd Gillessen gibt "Sachdienliche Hinweise"  zum Verzällchen von  EH

    Die angesprochene Frittenbude* (Wagen mit Vorbau) gehörte der Schaustellerfamilie Offermanns, später Fuhrmann (Schwiegersohn), aus Aachen.

   Daneben gab es verteilt über die Kirmes noch weitere Frittenbuden, z.B. Hekerenz und Pöschgens deren Standplätze mir nicht mehr geläufig sind.

    Zum Gartenzwergverkäufer* kann ich keine näheren Angaben machen.

   An den Verkauf der Farbe zum Kolorieren von S/W Fotos kann ich mich noch erinnern, weiß jedoch keine Details mehr.

    Zum Eisbär Foto* habe ich in alten Fotoalben tatsächlich ein Bild gefunden. Dieses Foto zeigt mich auf dem Arm eines Eisbären. Das Foto ist datiert auf den 03.06.1952, was zur Pfingstkirmes passen würde.

(C) Gillessen


    Schießbuden waren immer mehrere auf der Kirmes vertreten. Die Schießbude des Schaustellers Grevenstein aus Aachen stand am Anfang der Kirmes zwischen der Mandelbrennerei Thenen und der Frittenbude Offermanns.


    Ferner erinnere ich mich an eine 
Schießbude der Schaustellerfamilie Bamberger aus Aachen, die meines Wissens in der Oststraße hinter der Polizei stand.

   Glücksblinker gab es 2 Stück. Soweit ich mich erinnere, stand der Glücksblinker des Herrn Herpers in der Oststraße hinter der Bäckerei Baggen. Der andere (ältere?) stand vor dem mittlerweile abgerissenen Haus in der Mitte des Baggensplatzes und gehörte einer Familie Kohnen aus Richterich.

   Das Kettenkarussell* wurde betrieben von der Schaustellerfamilie Vonderbank aus Aachen.

   Die Kinder-Schiffschaukel* gehörte den Schaustellern Meven-van der (den) Bosch.

    Zu der Angelbude und den Buden mit Zuckerwaren/-watte kann ich keine Angaben machen.

Bei dem von dir beschriebenen Kinderkarussell* handelt es sich wahrscheinlich um das „Hängekarussell“ der Familie Vonderbank aus Aachen. Das war ein Karussell mit an Stangen hängenden Autos, Pferden, Kutschen pp. ohne festen Boden.

Daneben waren auch schon modernere Kinderfahrgeschäfte mit festem Boden und darauf fahrenden Autos, Hubschrauber, Strassenbahnen pp. vertreten. Bekannte Betreiber waren z.B. die Schausteller Horbach, Schleifer, Soumagne.

    Autoselbstfahrer: Die mit bekanntesten Betreiber der Autoselbstfahrer waren die Schaustellerbetriebe Geiser und Loosen. Daneben gab es noch weitere Betreiber; so stand z.B. Pfingsten 1959 ein Autoselbstfahrer der Firma Eul* auf dem Kirmesplatz.

    Raupenbahn: Wenn ich mich recht erinnere, wurde die Raupenbahn* vom Schausteller Geiser aus Aachen betrieben. Später wurde das Fahrgeschäft vom Schaustellerbetrieb Lenzen aus Aachen übernommen.

    Blei sammeln: Das Blei sammeln nach der Kirmes ist mir auch noch bekannt; der Verwendungszweck aber nicht mehr.

   Im Freilichtmuseum Kommern findet  jährlich die Kirmes „Anno dazumal“ mit historischen Fahrgeschäften, Buden pp. statt.
    Bei meiner Suche im Internet habe ich ein Video gefunden. Es zeigt die Kohlscheider Pfingstkirmes im Jahre  1959. Die Bavaria, München hat  den Film des Kohlscheider Fotografen Eihmer  digitalisiert.
Die im obigen Text mit * versehenen „Kirmesattraktionen“ sind in dem Video zu sehen. Daneben noch Geschäfte wie
-    die Liliputrevue (steht neben Offermanns/Fuhrmann)
-    das Riesenrad (auf dem Kirmesplatz)
-    die Autorennbahn (hinter dem Autoselbstfahrer), Betreiber Meven-v.d.Bosch.

Link zum Video von Herrn Eihmer:
https://digit.wdr.de/entries/64016


(C) Hallmann Autoscooter ca. 1965

(C) Sammlung VRS Blinker Herpers

(C) Sammlung VRS Kinderkarussell Horbach, Aacheen

(C) Sammlung VRS Imbisswagen Mgda Schramm, ca.1955; es gibt Fritüren, Gurken, Wurst und Bratheringe

  (c)  Birgitt Elbert,  Salzwasser-Anlasser  

Das besagte Blechbecken:
Sie ist mit Salzwasser gefüllt. Der Deckel mit drei flossenähnlichen Elektroden wird  eingetaucht.
Über die Salz-Ionen wird der Strom zu den Elektroden geleitet. Der Stromkreis schließt sich. Je tiefer eingetaucht wird, desto schneller dreht sich das Karussell. Das Ding heißt: Salzwasser- Anlasser


Link zum Video von Herrn Eihmer:
https://digit.wdr.de/entries/64016

      Beide Kirmestermine waren genau so wichtig wie Weihnachten und Ostern;

 für Kinder und Jugendliche vielleicht noch wichtiger als für die Erwachsenen,

für die Gewerbetreibenden waren sie gute Kassenklingler,

für die Gemeinde eine sprudelnde Einnahmequelle


Kirmeszeit -  Geschäftszeit

Lieselotte Mirbach

(c) Sammlung L. Warrimont


Tochter aus dem Lebensmittelgeschäft Warrimont in der Oststraße weiß zu erzählen:

„Vor unserem Laden standen die Losbuden,  Entenangeln oder  Schaukeln etc. Wir waren in die zweite Reihe gerutscht.  Uns konnte man nicht sehen.
Anfang der 50er Jahre kam mein  Vater auf die Idee, auch einen Kirmesstand zu machen. „Wir machen einen Obststand da vorne und dann sieht man wenigstens unseren Laden“. Somit  hatte er den Verkauf nach außen erweitert.  Der Tisch war aus etwas längeren Brettern auf Böcken. Da wurde Obst ausgestellt und verkauft und die Leute sind auch  in den Laden gekommen. Natürlich musste das alles mit der Gemeinde und dem Marktmeister geregelt und Standgebühr bezahlt werden.  
Der Umsatz war sehr gut. Nicht nur die Kirmesbesucher kauften, sondern auch die Schausteller. Und ein großer Vorteil: Kein Eintrag ins Puffbuch – alle bezahlten bar. (Im Puffbuch wurden die Verkäufe auf Kredit eingetragen.)
Für mich als Kind war Kirmes purer Stress  Ich musste immer mitarbeiten, während meine Freundinnen stundenlang auf der Kirmes waren. Na ja, es gab eben Leute die Spaß hatten,  und die, die das Fest gestalten und arbeiten mussten, wie die Schausteller und die Kinder von den Schaustellern auch.  Und ich war ja auch nun ein „Schaustellerkind“ Als ich in die Lehre kam, 1954, brauchte ich nicht mehr am Obststand zu verkaufen, und nach etwa 3 Jahren wurde diese Aktivität auch eingestellt.  
Ich habe festgestellt, dass es bei allen Kindern aus kleinen Geschäften so war, dass sie nach dem Krieg viel  mitarbeiten mussten. Andere gleichaltrige Mädchen jammerten genau so. Ich habe in einem der letzten Jahre ein Zeugnis bekommen, da stand oben bei den allgemeinen Noten:   -Schulbesuch unregelmäßig-"


1911, 1.1.,  1920, 19.1. JA:
Außer an den drei letzten Sonntagen vor Weihnachten sind in diesem Jahr in Kohlscheid erweiterte Geschäftszeiten am Weißen Sonntag, Pfingstmontag wegen der Kirmes und am Sonntag der Herbstkirmes; die Geschäfte dürfen bis zu 10 Stunden öffnen, längstens aber bis 19 Uhr. (AKo 121)


Erika und Josef Martinelli berichten:


 

 JM; Wir pendelten als Kinder ja dauernd hin und her, zwischen zu Haus am Kulleplatz und der Oma am Baggensplatz.

Und meine Erinnerung, wenn wir va de Oma koome, un Kirmens wor, da kamen wir nicht durch de Leute. Das sind so Bilder, die hab ich heute noch im Gedächtnis, die Leute gingen einer neben und hinter dem anderen ohne Zwischenraum und eine Reihe ging die Straße rauf und die andere runter.

 EK.: auf dem Markt waren ja auch Karussellchen, am Rand vor der heutigen Volksbank, da hat immer eine Schiffschaukel  gestanden, die Überschlagschaukel war unten auf dem Platz. Ejen heij, aufm Wahlensplatz standen auch die Autoscooter.

Erika bestätigt den Ausspruch:  beij kirmens konste de Lü övver de köpp loufe.




Josef als Musiker zur Kirmeszeit

 EM: „Ich wohnte am Ehrenmal meine Eltern gingen das ganze Jahr nirgendwo hin. Nur nach dem Kirmesrundgang in den KoHo. Ich war 14 Jahre alt, es war also 1952. Und ab da spielte Josef für zwei drei Jahre zur Kirmes im KoHo.“

  JM: Wir spielten Anfang der 50er Jahre im KoHo und bei Jansen in Pannesheide, zur Kirmes im KoHo.

Meine Mitspieler waren Jüppche Schings, jünger als ich und Bandleader Peter Preuth, Postbeamter,  viel älter als ich.    Jüppchen Schings war nachher ein bekannter Akkordeonspieler.

Wir haben auch schon mal geprobt, bei Peter Preuth zu Hause.

Das Repertoire war Tanzmusik, einfache Lieder – Kornblumenblau, ene su, Schlager aus der damaligen Zeit, die man kannte. Im KoHo war der Billardtisch für den Kirmestanz weggeräumt. Das Klavier stand sofort rechts neben der Tür,  also im Billardraum. Wir brauchten keinen Strom, also alles ohne Verstärker und Lautsprecher. Der Wirt war Josef Bücken, der Billardspieler.

Wir spielten drauf los und die Leute waren froh, wenn sie Musik hörten. Wir fingen an und da sprangen die sofort op un wore anet danze. Un net wie hüh, Mann und Frau tanzten ja zusammen.

Wenn et Jüppche de Ärm wïeh dänge, da nahm ich mir das Akkordeon und Jüppchen setzte sich ans Klavier. Die do anet danze wore, die merkete dat jarnet.

Die Gäste waren die, die in der Gegend wohnten, also aus allen Schichten. Die Leute waren vorher auf der Kirmes und dann koeme se noch jet danze.

Wir spielten aus Spaß an de Freud und wir kriegten dann auch schon Geld dafür. Ich meine, dass ich da bei Jansen 2 Mark die Stunde bekommen habe. Wir spielten abends von 7 bis 12,   also für 10 Mark. Als Vergleich, ein Bier kostete vielleicht drei bis vier Groschen.

 


Musik zur Kirmeszeit



Kirmes war immer Anlaß für Musikveranstaltungen. In fast allen Jahren fanden an allen Tagen Konzerte, Bälle, Tanzveranstaltungen drinnen wie draussen statt. Wohl dem Wirt, der eine angegliederte Festwiese hatte.

1927, 03.09. JA:
An Veranstaltungen zur Herbstkirmes finden u.a. statt:
Das Lokal Schroiff wird neu eröffnet: heute, Samstag, treten der MGV Eintracht, die Mandolinenabteilung der W.u.G. „Scheeter Jonge“ auf, heute und morgen spielt außerdem das Streich­orchester Hilaria Kohlscheid.

In den Vier Jahreszeiten spielt bis Dienstag das Jazz- und Salon­orch­ester Koullen.

Bei Heins ist Konzert mit Freitanz.

Harff ver­anstaltet Künstlerkonzer­te mit einem Streichorchester aus Würselen und bietet humori­stische Einlagen.

In der Tonhalle (Markt 31) sind Kirmesbäl­le: am Sonntag feiert die Musikvereinigung, am Mon­tag der Sängerbund.

Bei Hensen „Zur Linde“ (Nordstraße 72) sind an allen Kirmestagen Künst­lerkonzerte.

In der Flora (West­straße 93) bietet musikali­sche Unterhal­tung.

Alt-Bayern wartet mit zwei Bällen auf: am Sonntag hat der KBC seinen Ball, am Montag tanzt die St. Sebastianus Schützen­bruder­schaft.

In der Villa Wilsberg (Roermonder Str. ...) ist Konzert und Tanz.

Im Restaurant Jennes , ebenfalls Roermonder Straße, ist Konzert mit Freitanz.

(Sammlung Sistemich: KoLok 02.09.27)

1949, 04.09. JA:  
Die diesjährige Herbstkirmes hat eine Budenzeile, die wieder vom Markt bis zum Turnhallenplatz reicht, auf dem  ein großes Tanzzelt steht. Am heutigen Sonntag ist der Besuch besonders stark. Tausende Gäste sind von auswärts gekommen. Am Abend muss die Straßenbahn den Verkehr nach Aa­chen und nach Herzogenrath verdoppeln.

(AVZ, 03.09. und 10.09.1949)

1932, 15.05. JA:  
Anlässlich der Pfingstkirmes ist in vielen Gaststätten Tanz. Die Schausteller haben die Preise ermäßigt. An einer Schiffschaukel ereignete sich ein kleiner Unfall. Der am Kirmesmontag einsetzende starke Regen treibt die Gäste in die Gaststätten. Der gepflegte Volksgarten und die Brunnenanlage auf dem Markt mit ihrer herrlichen Tulpenpracht üben wie immer eine besondere Anziehungskraft aus. (Sammlung Sistemich, KoLok 13.05., 20.05.1932)

1951, 16.09. JA:  
Am heutigen Sonntag haben die St. Sebastianus-Schützen aus Kohl­scheid gemeinsam mit dem MGV Eintracht ein großes Wiesenfest auf der Schützenwiese Koch-Wolters an der Ost­straße. Die Schützen er­mitteln nach 16 Runden in Rudi Müller ihren diesjährigen Ehrenkö­nig. Auf der Wiese steht nicht nur ein Zelt, hier herrscht reger Kir­mesbetrieb, selbst eine Schiffschaukel fehlt nicht. Am Nachmit­tag ist auch ein Preisschießen. Morgen, Montag, ist das Haupter­eig­nis, die Auslosung eines ausgewachsenen Schweines. Ob­wohl das Wet­ter die Veran­staltung an allen Tagen begün­stigt, ist die Zahl der Be­sucher geringer als sonst. Ei­nige auswärtige Gesangver­eine blei­ben dem Freund­schafts­sin­gen fern. Die Kohlschei­der Turngemeinde erfreut mit gekonnten Vorfüh­rungen. Den Festzug sieht eine statt­liche Men­schenmenge. (AVZ, 15.09. und 19.09.1951)

1953, 24.05. JA:  
Mit dem heutigen Tag beginnt bei herrlichem Sommerwetter die große Kohlscheider Pfingstkirmes. Viele Schausteller säumen die Oststraße und den Platz an der Turnhalle. Groß ist wieder die Zahl der Besucher. Etliche Vereine führen Kirmesbälle durch. Die Vorscheider Maijungen haben mit ihren Pritschenjungen, nachdem sie um 16.30 Uhr ihre Maikönigin abgeholt haben, unter Begleitung des Vorwärts einen Umzug. (AVZ, 22.05. und 27.05.1953)

Die Gemeinde macht Kasse und mischt mit:

1909, 13.07.JA:  
Standplätze für die Kirmes werden auf fünf Jahre verpachtet an: Schaukelbesitzer Grevenstein aus Aachen, Standplatz gegenüber dem Hause Hönen (150 M für Frühkirmes, 100 M für Spätkirmes); Dampfkarussellbesitzerin Witwe Romanowsky aus Aachen, Standplatz gegenüber der Tonhalle (250 M für Frühkirmes); Kinematographenbesitzer Scheuffler aus Aachen (Standplatz auf dem Platz am Hause des Beigeordneten Krahé (40 M für Frühkirmes); Schießbudenbesitzer Ervens aus Aachen, Standplatz vor dem Hause Krahé (40 M für Frühkirmes, 30 M für Spätkirmes); Schaukelbesitzer Claßen aus Arnoldsweiler, Standplatz vor der Schule an Langenberg (200 M), außerdem zwischen den Häusern Oststraße 33 und 35 (50 M) jeweils für Früh-  und Spätkirmes.

1920, 23.03. JA:  
Die Gemeinde setzt die Eintrittsgelder für Schaukeln und Buden auf dem Kirmesplatz fest. Erwachsene bezahlen 1 Mark auf dem Dampfka­russel, auf der Schaukel, der Rutschbahn und in Schaubuden; Kinder unter 14 Jahren bezahlen jeweils 0,50 Mark. Eine Fahrt auf dem Ket­tenkarussel kostet einheitlich 0,25 Mark. Die Preise müssen sicht­bar angeschlagen werden. (AKo, Gemeinderatsprotokoll Kohlscheid)

Link zum Video von Herrn Eihmer:
https://digit.wdr.de/entries/64016

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    • Hallo Erich. Als entfernter Verwandter freue ich mich sehr über die Informationen. Zur Kirmes: Erinnere mich auch noch an das „Schellemännchen“, gehörte viele Jahre zur Kirmes wie auch der „Eisbär“….. Ich habe auch Unmengen von alten Fotos Kohlscheid betreffend….Der Heimatverein dürfte da wohl die meisten auch in Besitz haben… Viele Grüße und ich freue mich auf weiter „Veruzällchen“.. Rainer Hallmann, Kohlscheid

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