Die Postkarte – whatsApp von früher



Die PostkartewhatsApp von früher  

eine Kohlscheider Familiengeschichte

eine Postkartensammlung; typische Arbeit für Heimatkundler

Historische Postkarten sind mehr als nur Bilder. Wir berichten, was die Karten einer Sammlung alles erzählen.

Die Aufgabe

Der Geschichtsfreund  Klaus Maassen übergab uns 12 alte Postkarten. Er wünschte die Digitalisierung der Motive und der rückseitigen Texte. Dafür möchte er uns die Rechte zur Veröffentlichung der Karten incl. Text erteilen. 
Wir machten uns an die Arbeit. Es gab viele interessante Aspekte. Über die heimatkundliche Arbeit und natürlich über die Karten berichten wir hier.

Aspekte der Bearbeitung    

  • Sehr wichtig ist die Klärung der rechtlichen Angelegenheiten wie Urheberrechte, Möglichkeiten zur Veröffentlichung der Vorderseite und der Texte. Zusammengefaßt sehen wir die Situation so: Bei jeder Postkarte nennen wir den Verlag als Urheber.
    Das geschriebene Wort ist nicht geschützt. Die Geschichtsfreunde Kohlscheid und Klaus Maassen berichten über die rückseitigen Texte. Die Veröffentlichung von privaten Information erfolgt bei uns prinzipiell nur mit Einverständnis der Angehörigen, so selbstvertändlich hier auch. Damit entsteht ein schützenswertes Werk. Die rückseitigen Texte, sowie die Erläuterungen zu den Bildern sind damit urheberrechtlich für die Geschichtsfreunde-Kohlscheid.de geschützt.
  • Fotografieren in hochauflösender Qualität, somit für Nachbearbeitungen geeignet.  Dabei soll die heutige Farbigkeit beibehalten werden. Eine Postkarte nur als Bild zu fotografieren ist rechtlich fraglich; deshalb immer als Postkarte. Manipulationen, wie Entfernen von Texten aus oder unter dem Bild sind ebenso fraglich; sie stellen einen bedeutenden Eingriff in das Werk des Verlags dar.
  • Sichtung und Sortierung nach Datum der Verschickung, sowie Nummerierung und Auflistung der Karten als durchlaufendendes Ordnungskriterium
  • Abschrift der Texte -  Rechtschreibung und Interpunktion werden originalgetreu übernommen, also nicht dem heutigen Stand angepasst.
  • Darstellung der Karten, Informationen zu den Motiven und Wiedergabe der rückseitigen Texte  
  • Fragen und Informationen zur Zeit
  • Erforschen und Sammeln von Informationen zu den Protagonisten und deren Nachkommen
  • Gegenüberstellung der Motive Früher - Heute

Angaben zum Bestand:

Es sind 12 Karten aus der Sammlung von insgesamt 142, die uns interressieren.
Elf Karten mit Motiven aus Kohlscheid, ein Motiv aus Horbach. Das Format ist jeweils 14 X 9 cm. Je eine Karte von 1907, 1909 und 1912, zwei Karten von 1910, je drei Karten von 1908 und 1911 und eine ohne Datum. Sie sind rückseitig beschrieben und mit jeweils einer 5 Pfennig Marke frankiert. Adressiert sind sie alle an: Fräulein Anna Liedekerken, Großkölnstr. 14, Aachen, Rheinland
Die Texte und Inhalte der Botschaften sind fast gleich. Es geht immer um eine Verabredung zum Treff in Aachen auf dem Markt. Ab und zu gibt es zusätzliche Informationen für Anna.
1907 ist die Unterschrift : "dein treuer Freund, Hubert Hollands", danach:  "D.D.l.H"  (= Dein Dich liebender Hubert) Also war damals eine Abkürzung auch schon üblich, ähnlich einem Kürzel wie bei WA heute.

Es gibt die folgenden Verlagshinweise:
Eigentum und Verlag von Fr. Cramer Wwe. Kohlscheid,
Verlag von Josef van Wersch, Kohlscheid,
Verlag August Rubens, Aachen,
Verlag von Jansen und Cohnen, Windberg b. M-Gladbach,
Kunstanstalt und Großverlag Jakob Krapohl, M-Gladbach (Rhld)

Die Karten im Überblick

Die Karten einzeln mit rückseitigem Text und Hinweisen zum Bild:

Um eine Karte anzusehen  - einfach auf die untenstehende Kartennummer klicken. Dann öffnet sich das Feld.

Karte 1; mit Kirschen an der linken Seite; im Rahmen: die Weststraße - Blickrichtung Kirche, vier Jahreszeiten - links Hausnummern ab 80 bis 74 und weiter 

Eigentum und Verlag von Fr. Cramer Wwe. Kohlscheid

Text:
Kohlscheid, den 20/10  07
L.A.
Ich sende Dir hiermit die herzlichsten Grüße aus Kohlscheid. Und dann bitte ich Dich freundlich daß Du doch zur Kirmes kommst ich verlasse mich ganz bestimmt darauf. Schreibe mir bitte mit welchem Zug das du kommst. Dann kann ich dich abholen. Bis dahin verbleibe ich Dein treuer Freund Hubert Hollands

Hinweise zum Postkartenbild:
Deutlich zu sehen, sind die "schmucken" Häuser mit Verzierungen, Giebel und Zwiebeltürmchen auf der linken Seite.
Auf Haus 76 ist die Jahreszahl 1905 angegeben.
Klar zu erkennen: rechts und links neben der Fahrbahn sind Bürgersteige. Im Bericht der Verwaltung von 1911 wird aufgeführt: „Im Laufe des Jahres wurden die noch nicht befestigten Bürgersteige in der Weststraße vor sämtlichen bebauten Grundstücken neu angelegt. Die Kosten hierfür wurden teils von den Anliegern allein, teils von diesen und der Gemeinde je zur Hälfte getragen“.
Auf der rechten Seite sind zwei Masten zu sehen. Welche Drähte gespannt sind, ist unklar. Strom oder schon Telefon? 1899 wurde der Ort mit Strom versorgt.
Auf der rechten Seite das helle Mäuerchen mit dem Pfeiler ist vermutlich die Abgrenzung zum Haus Nr. 91.

Karte 2;  Bild oben: Marktplatz mit Kirche; Bild unten: Weststraße, links Hausnummer 44, altes Bürgermeisteramt    

Verlag August Rubens, Aachen

Text:
Kohlscheid, den 7/7  08

L.A.

Habe Deine schöne Karte erhalten besten Dank dafür  meine Hand hat sich gut gemacht ich habe jetzt nur noch einen Finger verbunden. Ich teile Dir noch mitt, das ich Morgen (Mittwoch) nach Aachen komme um meine Schwägerin zu besuchen welche im Spital ist auf der Lütigerstraße hoffentlich treffe ich Dich dann einmal. Teresia kommt auch mit. Es grüßt herzlich DDl    HH

Hinweise zum Postkartenbild:
Zum oberen Bild:
Im Hintergrund die Kirche St. Katharina. Gut zu sehen ist das Kopfsteinpflaster der Straße. Auf dem Markt traf man sich nach der Messe am Brunnen. Die Versammelten hier auf dem Bild sind aber bestimmt für den Fotografen „aufgekramt“

Zum unteren Bild:
Links das Gebäude Nr. 44. Es wurde 1835 gebaut, 1862 von der Gemeinde Pannesheide gekauft. Bis 1910 war es die „Knabenschule“ (Vorbereitungsschule für die höhere Schule – Gymnasium in Aachen) Die Gemeinde hatte im Haus einen Ratssaal, deshalb wird es auch als erstes Rathaus bezeichnet. Nach der Auflösung der Schule wechselte die Nutzung in den kommerziellen Bereich. Unter anderen waren eine Zigarrenfabrik eine Gärtnerei und Wohnungen im Haus angesiedelt.

Gut zu sehen sind die Laterne und die Stromführung auf der rechten Seite.

Auf der linken Seite steht das Haus, unten im Bild, noch auf dem Grundstück der späteren Ebertstraße.
 

Karte 3; Marktplatz mit Kirche und Brunnen

Verlag von Josef van Wersch, Kohlscheid
Text:

Kohlscheid, den 13/8  08

L.A.

Ich sende Dir hiermit die besten Grüße ich hatte Montagabend noch gründlich Pech gehabt indem ich ein Protokol wegen fahren ohne Licht bekommen habe. Sonst noch alles gut. Lebe wohl bis Sonntag, bis dahin verbleibe ich, recht viele Grüße DDl H

Hinweise zum Postkartenbild:
Auf diesem Bild ist der Marktbrunnen rechts gut zu sehen.
 

Karte 4; Ecke Nordstraße / Weststraße, Richtung Markt Alt Bayern

Verlag von Josef van Wersch, Kohlscheid

Text
Kohlscheid, den 25/8  08
L.A.
Ich sende Dir hiermit die besten Grüße aus Kohlscheid. Ich bin noch gesund und munter, was ich auch von Dir hoffe. Ich komme am Donnerstag Abend nach Aachen wenn Du dann vielleicht einmal gegen 9 Uhr auf den Markt kommen könntest dann können wir uns da treffen bis dahin verbleibe ich DDl. H

Hinweise zum Postkartenbild:
Weststraße Nr. 1, das wohl meist fotografierte Haus Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das dreigeschossige Eckhaus, mit zwei Giebeln wurde ca. 1909 im historischen Stil mit jugendstilhaften Bauelementen gebaut. Das Geschäfts- und Wohnhaus, hat heute noch zwei Ladenlokale und mehrere Wohnungen.
Das Gebäude hinter dem großen Strommast ist die Gaststätte „Alt Bayern“.

Karte 5; Eingerahmt: Casino mit Spruch: „Durch Feld und Flur mit heitrem Sinn, Tragt Schwalben meine Grüße hin“


Verlag von Josef van Wersch, Kohlscheid

Text:
Kohlscheid, den 18.V. 09
L.A.
Ich sende Dir hiermit die besten Grüße von hier. Ich komme am Donnerstag nachmittag nach Aachen weil ich doch nach Kohlscheid kommen muß, ich bin da um ungefähr gegen 7 Uhr auf dem Markt, ganz bestimmt kann ich es nicht sagen. Hoffentlich treffe ich Dich dann einmal. Mit Gruß und Kuss DDl H.

Hinweise zum Postkartenbild:
Auf diesem Bild ist ein Gebäude der Grube Laurweg zu sehen. Es beherbergte neben dem „Casino“ auch einen Lesesaal. Mehr dazu im Beitrag: Casino Laurweg   

Karte 6; Roermonder Straße - mit Oberleitung für Kleinbahn, Gaststätte Lapp, Gaststätte Mathias Krichel

Verlag von Jansen und Cohnen, Windberg b. M-Gladbach

Text:
Kohlscheid, den 3.3.  10
LA
Ich sende Dir hiermit die besten Grüße aus Kohlscheid. Hoffentlich bist Du noch gesund und munter was ich auch von mir sagen kann. Ich komme Freitag abend nach Aachen hoffentlich treffe ich Dich da einmal. Bis dahin verbleibe ich wie immer DDl. H  Leb wohl auf Wiedersehen

Hinweise zum Postkartenbild:
Auf dem Bild sind der breite Bürgersteig und die Oberleitung für die Kleinbahn deutlich zu sehen.
Die auf dem Bild zu sehende Bebauung der Roermonder Straße gehörte bis lange nach dem 2. Weltkrieg  zwei verschiedenen Verwaltungen an. Der linke Teil und der rechte bis einschließlich  Krichel gehörte zu Pannesheide / Kohlscheid und der rechte Teil ab Hotel Flotte gehörte zu Richterich.
Auszüge aus dem Buch von Josef Aretz: Spuren der Vergangenheit und
Heimatverein Kohlscheid: Straßenspiegel (STsp)geben folgende Auskünfte:
Zu Gaststätte Krichel:
„ 1901, -(10) Dem Expeditionschor gehört auch Matthias Krichel (*10.9.1873 in Vorscheid, +18.9.1922 in Kohlscheid) an. Matthias Krichel erhielt am 12.5.1903 durch den Kreisausschuß die Erlaubnis, zu Viehweg  (Straßeneinmündung Banker- Roermonder Str.) eine Gaststätte zu betreiben.“

Zu Hotel Deutsche Flotte:
"STsp , Seite31; Eine spätestens aus dem l8. Jahrhundert stammende Altbebauung befindet sich noch andeutungsweise an der Südseite der Banker Straße, unmittelbar westlich des an der Roermonder Straße gelegenen Restaurant "Zur Deutschen Flotte". Mit diesem Gaststättennamen wird für Kohlscheid die Flottenpolitik von Kaiser Wilhelm II. wachgehalten, wie sie nach den Vorstellungen des deutschen Admirals Alfred von Tirpitz (1849—1930) gefordert wurde."

Zu Hotel Villa Wilsberg:
„1891,10.5.; Die Villa Wilsberg (Roermonderstr.) ist das schönste Sommerlokal in der Umgebung. Es verfügt über Gesellschaftsräume, einen Saal mit Konzertflügel und eine Kegelbahn. Der Restaurateur C. Frinke empfiehlt seine guten Speisen und Getränke.“

Karte 7; Weststraße - Hausnummern 1 - 5, Nordstraße Restauration Kaisersaal, Josef Knops

Verlag von Josef van Wersch, Kohlscheid

Text:
Kohlscheid, den 3.11.10
LA
Teile Dir hierdurch mitt, das Daniel und Josefine Sonntag mit nach Moresnet gehen wenn gut Wetter ist. Ich komme Freitag abend nach Aachen, dann können wir ja darüber sprechen. Mit herzlichem Gruss und Kuss DDl. Heinrich

Hinweise zum Postkartenbild:
Das Bild zeigt den Kirchturm und den Turm von Weststraße 1.
Am Ende der Weststraße blickt man auf zwei Gebäude der Nordstraße. Rechts das Haus mit dem Schriftband ist die "Restrauration Kaisersaal Joseph Knops", in der Folge „Vier Jahreszeiten“.  Das weiße Haus links, gehörte wohl damals auch der Familie Knops, denn hier war in der Zeit ab 1950 die Drogerie Knops.
In der Weststraße rechts sind die Häuser Nr 1, 3, 5 zu sehen.
Die Weststraße ist mit Kopfsteinen gepflastert und es gibt eine Rinne am Rand.
Die Bürgersteige sind auch befestigt. Diese Arbeiten mußten von den Anliegern anteilig bezahlt werden.
Welche Rolle die Kinder in sauberster Kleidung spielen? Sicher wieder für den Fotografen aufgestellt.
Interessant: auf der linken Seite im Schatten steht ein Wasserträger.

Karte 8; Nordstraße mit Blick auf Marktbrunnen und Weststraße Hausnr.1

Verlag von Jansen und Cohnen, Windberg b. M-Gladbach

Text:
Kohlscheid, den 22.2.11
L.A
Teile Dir mit dass mein l Vater noch sehr schwach ist ich bin heute morgen von Simpelveld gekommen und heute mittag wieder zurück es ist gar keine Hoffnung mehr. Ich schreibe morgen wieder bis dahin DDl. H

Hinweise zum Postkartenbild:
Auf diesem Bild ist die helle Säule des Marktbrunnens gut zu erkennen.
Im Vordergrund ist ein einachsiger Wagen für den Personentransport zu sehen. Für die Kinder ist das wohl etwas ganz besonderes - so, wie sie das Gefährt mit dem Pferd bestaunen.

Karte 9; Weststraße, links ab Hausnummer 25

Verlag von Jansen und Cohnen, Windberg b. M-Gladbach

Text:
L.A.
Sende Dir hiermit die besten Grüße Ich bin noch gesund und wohl was ich auch von Dir hoffe. Ich komme Mittwoch abend nach Aachen hoffentlich treff ich Dich dan einmal Bis dahin mitt Grus und Kus DDl.H

Hinweise zum Postkartenbild:
Wer waren die fünf verwegenen Stromer?
Auf der linken Seite ist die Baulücke zu sehen, die heute die Einfahrt zum Parkplatz der Volksbank ist. Die Baulücke gegenüber besteht heute auch noch.

Auf dem Aushängeschild rechts steht: „Flaschenbierverkauf von Peter Wetzels“ Im Adressbuch 1909 steht unter Weststraße 24: Wetzels Peter, Flaschenbier- und Zigarrenhandlung“

Karte 10; Horbach, Restaurant Heydenschlößchen

Verlag: ohne Angabe

Text:
L.A.
Sende Dir hiermit die besten Grüße von hier hoffentlich geht es jetzt besser mit Deiner Hand. Ich war am Sonntag vormittag in Aachen ich hatte aber nicht viel Zeit, denn ich mußte mit dem 12 Uhr Zug nach Hause. Ich komme Freitag abend nach Aachen hoffentlich treffe ich Dich dan wieder ganz gesund an, dann können wir auch über nächsten Sonntag sprechen. Nochmals herzlichen Grus und Kus von DDl H

Hinweise zum Postkartenbild:
Der Weiher gehört zu Gut Rosenberg.
Die Kirche St. Heinrich wurde im 17. Jahrhundert gebaut.
Das Restaurant erscheint hoch nobel. Das Baujahr sowie weitere Informationen konnten wir nicht in unserem Archiv finden. Kann jemand hier helfen und Informationen liefern?

Karte 11; Fassade der Kirche St. Katharina

Verlag von Fr. Cramer Wwe. Kohlscheid

Text:
L.A.
Sende Dir die besten Grüße. Ich war gestern zu Hause Die Mutter von G. ist bedeutend besser, sonst nichts neues. ich komme Mittwoch abend nach Aachen, ich habe etwas besonderes zu besprechen. Hoffentlich kannst Du dann 1 Stunde frei bekommen. So verbleibe ich dann mit Grus und Kus bis auf Wiedersehen wie immer Ddl. H Viele Grüße von allen zu Hause

Hinweise zum Postkartenbild:
1903 erhielt die Kirche ihre heutige Fassade – eine  Sandsteinverblendung mit Relief- und Figurenschmuck nach italienischen Vorbildern.
Lesen Sie den Bericht zu St. Katharina

Karte 12; Zeche Laurweg mit drei Bahngleisen

Kunstanstalt und Großverlag Jakob Krapohl, M-Gladbach

Text:
L.A.
Sende Dir hiermit die besten Grüße. Ich komme Sonntag vormittag nach Aachen und denke gegen 12 Uhr auf dem Markt zu sein hoffentlich treffen wir uns dann, sonst noch alles gute Nochmals herzlichen Grus und Kus von Ddl. H

Achtung:  Das Motiv ist vertauscht. Durch einen Fehler ist das Bild Laurweg gezeigt. Durch den Kommentar und die Antwort auf den Kommentar wird erläutert, warum das Motiv dennoch weiterhin gezeigt wird. 

Die Hinweise zum Postkartdienbild sind nicht in allen Teilen richtig.  siehe Kommentare von Hajo Eck und E Hallmann.
Das prächtige Haus links war der Zugang zur Zeche.
Die weiße Mauer links und die Backsteinmauer rechts, lassen einen Weg erkennen. Der Weg ist die heutige Weststraße. Von einem beschrankten Bahnübergang ist nichts zu erkennen. Die Mengen an Kohle, die über diese Gleise abtransportiert wurden, verursachten unerträgliche Verkehrsbehinderung im Bereich Weststraße und auch Roermonder Straße.  
Heute gehören das Zugangsgebäude  und das Gelände der Firma Ericsson.
Der untere Teil im Bild ist das Grundstück des heutigen „Glück Auf“ Hauses. (Apotheke und Ärzte)

Für Fragen sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt:

Was bedeutete das Beiwerk auf den Postkarten? Kirschen, Schwalben. mit Drähten für Fernsprechverbindung oder Strom auf der Karte, die das  Casino zeigt?
Die Kirschen waren etwas, woran die Drucker zeigen konnten, dass sie vielfarbig drucken konnten. Rote Kirschen waren unverfänglich, lockten aber sofort den Blick, dahin, wo man anfängt zu schauen, nämlich oben links. Die Schwalben sollten vermutlich die Schnelligkeit der Übertragung einer Botschaft suggerieren. Die Drähte waren wohl ein Zeichen der Zeit, zeigten den neuesten Stand der Technik.
Was wissen wir über die Postkarte allgemein? 
Im Laufe der Jahre entwickelte sich bei den Postkarten eine unglaubliche Formen- und Materialvielfalt. Das heute bekannte Standardformat für Postkarten von 14,8 x 10,5 cm wurde 1927 bereits eingeführt. Allerdings gibt es heute nur jede erdenkliche Formgebung und auch beim Material wurde schon so manches Experiment betrieben. So gibt es von der Postkarte mit gezackten Rändern bis zum Herzformat und vom Querformat bis zum 360 Grad Panoramaformat.
Weitere Informationen zur Postkarte  
Was war in Großkölnstraße 14? (gegenüber Sinn, also in der Nähe vom Aachener Markt)
Im Adressbuch 1905 ist als Eigentümer der Immobilie „van Rey“ aufgeführt.
Der Name van Rey steht für die Printenfabrikation in Aachen. Werner Setzen beschreibt im Aachener Printenbrevier kurz gefasst folgendes: Der Bäcker Wilhelm Balthasar van Rey kam um 1830 kam aus Maaseik nach Aachen und übernahm zunächst das schon 1670 von Simon van Ameln genutzte Backhaus am Hof Nr. 1. Wie aus seiner Heiratsurkunde mit einer Aachener Wirtstochter hervorgeht, war er von Beruf „Pfefferküchler“. Er soll als erster den Begriff „Prenten“ oder „Printen“ benutzt haben. Aus dem Niederländischen stammend, sind diese Worte auch im Aachener Platt für „drücken“ oder „pressen“ geläufig.”
Mehr zu Adressbuch und van Rey
War damals diese Art von Verabredungen üblich? Ist WhatsApp so viel anders? 
Sicherlich war es üblich, sich am Ende eines Treffens wieder zu einem weiteren Treffen zu verabreden. Denn Telefon gab es zwar, war aber aufgrund der Kosten nur Unternehmern und deren Betrieben vorbehalten. Natürlich wurden auch per Brief Informationen gesendet. Die Postkarte war aber schneller geschrieben als ein Brief. Und - die Bild-Postkarte war etwas besonderes. Man schmückte die Botschaft mit einem Bild. Schau her, wie schön es dort ist, wo ich jetzt bin.
Bei WhatsApp machen wir heute in vielen Fällen nichts anderes.

Tauchen wir mal ein in die Zeit

Was war typisch für die Zeit insgesamt und was gab es speziell in Kohlscheid?

Zeitgeschehen

  • Der letzte Krieg war vor über 30 Jahren.
  • Die Monarchie -Das Deutsche Reich - war fest verankert im Leben. So feierte man jeweils im Januar den Geburtstag des Kaisers Wilhelm II.
  • Die Lebenssituation um 1910 war von Aufbruch geprägt. Der Ort prosperierte seit geraumer Zeit. Im Dezember 1910 wurden 9750 Einwohner gezählt. Sie wohnten in 1350 Wohnstätten. Fünf Jahr zuvor zählte man 1107 Einwohner weniger. 1914 waren es schon 10202 und es gab 65 Wohnstätten mehr.
  • Der Bedarf für die Grundversorgung konnte in Kohlscheid gedeckt werden. Laut Adressbuch 1909 gab es unter anderem 9 Bäckereien, 13 Kolonialwarenhändler, 1 Viktualienhändler, 15 Metzgereien, 3 Hutgeschäfte, 36 Schankstätten / Gaststätten / Restaurants mit insgesamt 34 Fremdenbetten.
  • 1909 wurde das neue Bürgermeisteramt gefeiert, kurz zuvor wurde der Ortsname in "Kohlscheid" geändert. Josef Lambertz war noch von 1906 bis Sept 1908 Bürgermeister in „Pannesheide“; dann nach der Namensänderung in „Kohlscheid“ bis August 1922.
  • 1907 kostete ein Stück (4 kg) Schwarzbrot 68 Pfennige und 72 Pfennige 1912. Kartoffel (100 kg) 6,40 Mark bzw. 6,00 Mark. Weitere Informationen zu Preisen
  • Die Verhältnisse bei Arbeitern und Rentnern war nicht so rosig. So gab es in Kohlscheid zwei Armenärzte, Sanitätsrat Dr. med. Ingengdahl und Dr. Lamers, beide Weststraße. Der Ort wurde in elf Armenbezirke eingeteilt. Um die Armen in diesen Bezirken kümmerten sich jeweils ehrenamtlich die "Armenpfleger".
  • Im Juni / Juli 1910 wurden die beiden neu gebauten Schulen in der Bankerstraße und Bismarkstraße (heute Ebertstraße) ihrer Bestimmung übergeben.
  • Der EBV war der größte Arbeitgeber. Über 800 Männer aus Kohlscheid wurden im Adressbuch mit dem Beruf "Bergmann" aufgeführt.
  • Hauptsächlich in der Weststraße wurden stilvolle Häuser gebaut. Sie wurden mit Jugendstil- und anderen gefälligen Applikationen verziert.
  • Kegeln hatte Hochkonjunktur, die Menschen suchten Geselligkeit und Gruppenerlebnisse.
  • 1912 wurde die Friedrichstraße geplant, gebaut aber erst Mitte der 1920er Jahre. 
  • Am 28. Juli 1914 begann der erste Weltkrieg.


Die beiden Protagonisten

Anna Liedekerken, sie wurde 1880 in Heek /Nl geboren. Sie starb 1953.

Hubert Hollands, er wurde am 1882 in Simpelveld/Nl geboren. Er starb 1964.

Die beiden heirateten 1912 in Hülsbeck/Nl.
Obwohl beide aus den Niederlanden kamen, schrieb Hubert die Texte auf Deutsch.
Kann es sein, dass die deutsche Post keine fremdländische Sprache akzeptierte?
Weiß jemand etwas darüber?  
Waren die 12 Treffen die einzigen?
Es gibt weiteren Schriftverkehr, aber eben nicht per Bildpostkarte mit Motiven aus Kohlscheid. Bei einer groben Sichtung der Gesamtsammlung wurden mindestens weitere 50 Karten mit einer Verabredung zum Inhalt, gefunden; auch zwischen 1907 und 1912 geschrieben.
Warum dauerte diese Form der Beziehung über fünf Jahre?
Damit ist sicherlich die Frage nach den Kosten für eine Hochzeit verbunden. Für ein solches Fest musste einiges auf die hohe Kante gelegt werden.  
Schauen wir uns an, was die beiden beruflich gemacht haben:
Anna war mit großer Wahrscheinlichkeit im Hause van Rey als „Dienstmädchen“ beschäftigt. Ihre Arbeit bestand wohl darin, überall im Haushalt zu dienen. Als Entschädigung gab es einen kleinen Lohn und Kost und Logis. Wir kennen solche Jobs aus Spielfilm-Serien, wie z.B. „Das Haus am Eaton Place“.
Hubert kam 1908 aus Holland nach Deutschland. Mit ihm kamen zwei Vettern. Die drei waren selbstständige Handwerker, bzw. Planer. Hubert war gelernter Schreinermeister und als solcher selbstständig tätig. (lt. Adressbuch 1909: Südstraße 73) Neben den heute überwiegenden Montagearbeiten fertigten Schreiner damals noch Fenster, Treppen  und Türen auf Maß und Möbel nach den Wünschen der Kunden. Sein Vetter Franz Hollands war Plisterer (im Adreßbuch 1909 als Plister- und Stuckgeschäft, Weststraße 33 aufgeführt). ein Vetter war Baumeister (heute würde man sagen Architekt).
Sie traten gemeinschaftlich als Bauherren auf. Hubert konnte sich erinnern, als er seinen Enkeln entsprechendes erzählte, dass diese Gemeinschaft bekanntermaßen an mindestens 18 Hausbauten in Kohlscheid beteiligt war. Der Haustyp war bei allen Bauten fast gleich. Zu sehen ist das Typische in der Paulusstraße. Gegenüber der Schule, die ja 1910 in Betrieb genommen wurde. Hier gibt es drei von ihnen gebaute Doppelhäuser. Diese Art des Bauens war damals ein Vorläufer des heute häufig angewandten Bauherrenmodells.
Nach der Hochzeit zogen Hubert und seine Frau Anna in die Paulusstraße 30. Vermutlich wurde mit dem Haus auch die rückwärtige Schreinerwerkstatt gebaut, die lange Zeit als Betriebstätte diente. 
Nun können wir ableiten, warum die Zeit des „Freiens“ so lange war. Zuerst musste eine solide Grundlage für die Gründung einer Familie geschaffen werden.
Anna und Hubert lebten bis zu ihrem Tode in der Paulusstraße 30.

Seine Enkel erinnern: „Opa sprach besser holländisch als deutsch. Er pflegte sein tägliches Ritual. Nach dem Mittagsschläfchen, gegen zwei halb drei wanderte er über den Butterweg nach Holland. Wir durften oft mitgehen. Manchmal besuchte er seine Vettern und Cousinen. Das war für uns immer schön, denn in Holland durften wir alles. Jeden Tag kaufte unser Opa in Bleyerheide ein Pfund Butter und Kaffee. Das wurde dann auch in der Verwandtschaft in Kohlscheid verteilt. 
In den letzten Jahren war er schwerhörig. Jeden Abend kochte ihm seine Schwiegertochter Thea einen Teller heiße Milchsuppe. Er bröckelte sich Zwieback hinein und aß das mit Genuss. Anschließend spielte er eine Runde Passions und rauchte seine Pfeife. Wir Kinder spielten dann mit unseren Matchboxautos um ihn herum.
Am 4. September 1964 wurde er beim Überqueren der Voccartstraße von einem LKW erfasst; er hatte ihn nicht bemerkt. An den Folgen dieses Unfalls ist er gestorben. Er wurde 82 Jahre alt.“

Die Nachkommen

Anna und Hubert hatten vier Mädchen und zwei Jungen. Sie wurden geboren zwischen 1913 und 1924.
Die vier Mädchen wurden jeweils einige Jahre in einem Internat in Lüttich ausgebildet. In Lüttich gab es für den Notfall eine Vertrauensperson. Der Besuch dieser Schule war die Grundlage für die ausgeprägte Affininität zu Frankreich und zur französischen Sprache.
Die Jungen bekamen nicht die Möglichkeit einer solchen Schulbildung im Ausland.
Das Bild zeigt die Eltern Anna und Hubert im Vordergrund und die sechs Kinder. V.l.n.r.:
Hubert, Maria, Elisabeth, Magda, Henriette, Johann

Erstes Kind: „Elisabeth, Tante Lill genannt, wurde 1913 geboren. Im Krieg wanderte sie aus nach Frankreich (später wohnte sie in Paris). Sie war unverheiratet. Sie war sehr aufgeschlossen für alles Mögliche. Sie war Künstlerin. Auf ihrem eigenen Webstuhl erledigte sie Auftragsarbeiten und auch freie Arbeiten. Sie fertigte unter anderem Stücke für Boutiquen auf der Ile de la Cité. (teure Geschäfte)
Tante Lill am Webstuhl

Foto: Sammlung Maassen

„Wir Neffen und die Nichte haben sie in den 60er Jahren oft in Frankreich bzw. in Paris besucht. Wir konnten natürlich bei ihr wohnen. Sie sprach überwiegend französisch mit uns. Das machte Freude in Paris alleine Brot und sonstige Kleinigkeiten ein zu kaufen. Denn wir mussten uns ja mit den Leuten verständigen. Sie war eine Lebenskünstlerin und damit für uns Kinder etwas Besonderes. Sie fuhr eine Ente (Citroen 2 cv) Bei so manchen Fahrten durch die Stadt lernten wir Paris kennen.“

Im Testament des Vaters war ein Wohnrecht für Elisabeth auf ein Zimmer unter dem Dach, im Haus Paulusstraße 30 aufgeführt. Dieses Zimmer stand bis zu ihrem Tode 1984 immer für Sie parat.
Zweites Kind: Henriette Maria Paula, geboren 1915.  Während des Kriegs arbeitete sie zehn Jahre als Krankenschwester. Sie heiratete 1947 Wilhelm Maahsen. während der Kriegszeit war er als Motorradsanitäter mehr als zehn Jahre im Dienst.
Wilhelm Maahsen, geboren 1915, war ab Mai 1949 selbständiger Schreinermeister in Kohlscheid. Seine Betriebstätte war in der Südstraße 136 und wurde als Tischlerei in der Gewerbeanmeldung aufgeführt. Ab 1959 war er in der Feldstraße 24 ansässig.
Da sein Name in diversen Papieren unterschiedlich geschrieben war und immer noch wurde, ließ er offiziell 1970 bei Gericht seinen Namen auf Maassen ändern.
EH: „Viele Kohlscheider werden ihn, seinen Schwager Hubert Hollands und Josef Rose als gute Unterweiser in Sachen Holzarbeiten in Erinnerung haben. Gemeinsam leisteten sie einen hervorragenden Dienst in der offenen Tür (genau TOT, teiloffene Tür, weil nicht jeden Tag geöffnet). Das war im Jugendheim an der Südstraße. Die drei und noch weitere brachten uns Jugendlichen handwerkliches Grundkönnen bei.“
Henriette und Wilhelm hatten zwei Kinder: Wolfgang Maassen; er wurde Ingenieur auf dem Gebiet der  E-Technik, Klaus Maassen wurde selbständiger Steuerberater.
Henriette verstarb 1995, ihr Mann Wilhelm 2006.

Drittes Kind: Hubert, 1917 geboren, Nach der Lehre bei seinem Vater als Schreiner und dem Besuch der Meisterschule arbeitete er als Meister weiter für seinen Vater.
1948 lernten sich Hubert und Thea Reiß (aus Würselen) kennen. Sie heirateten 1951 und wohnten im Haus Paulusstraße 30, also bei Hubert und Anna.
Thea Reiß ist den Kohlscheidern nicht unbekannt. Sie hat in den 80er Jahren das Tagebuch ihrer Schwägerin Magda Lapierre auf Maschine geschrieben. Daraus wurde dann das Buch des Heimatvereins „Kohlscheid im Herbst 1944“
Hubert Hollands war, wie oben bereits beschrieben, mit seinem Schwager Wilhelm Maassen sehr aktiv in der TOT tätig.      
Hubert und Thea hatten zwei Kinder,  Paul und Bernd Hollands. Paul schlug den Weg als Bilanzbuchhalter ein. Bernd trat in die Fußstapfen seines Großvaters und Vaters. Er wurde auch Schreinermeister. Den meisten Kohlscheidern ist er aber als Feuerwehrmann auf hoher Ebene bekannt.
Hubert verstarb 1980, seine Frau Thea 2005.
.
Viertes Kind: Maria, 1920 geboren.  Sie heiratete Heinz Clees, der beim Katasteramt in Aachen arbeitete. Nach der Heirat wohnten sie in Laurensberg,
Maria verstarb 2003, Das Sterbejahr von Heinz ist nicht bekannt.

Fünftes Kind: Magdalena, 1922 geboren. 1938 begann sie ihre dreijährige kaufmännische Ausbildung in Aachen. Nach dem Krieg war sie verheiratet mit Prof. Dr. Rudolf Lapierre. Sie wohnten in Bonn.
Magda schrieb in den letzten Kriegstagen in Kohlscheid ihr bekannt gewordenes Tagebuch. Sie beschrieb darin die Ereignisse und Verhältnisse der schrecklichen Tage vom 11. Sept. bis 12. Dez. 1944. Der Heimatverein Kohlscheid veröffentlichte ihre Aufschreibungen im Buch „Kohlscheid im Herbst 1944“. (Das Buch ist in der fünften Auflage noch beim Heimatverein Kohlscheid lieferbar. (heimatverein-kohlscheid)
Magda verstarb 2019, ihr Mann Rudolf 1989.

Sechstes Kind: Johann, Hans genannt, geboren 1924. Er heiratete Betty Schaffrath.
Johann machte Karriere bei der Gemeindeverwaltung Kohlscheid und nach der Neugliederung weiter bei der Verwaltung der Stadt Herzogenrath als Stadtbaumeister.
Hans und Betty hatten eine Tochter;  Irmgard, die 2007 verstorben ist.
Hans verstarb 2003. Das Sterbejahr von Betty ist nicht bekannt.

Gibt es die Motive heute noch, wie sieht es heute dort aus?

Schlussbetrachtung

Vordergründig zeigen die 12 Postkarten alte Bilder von Kohlscheid und einen Ausschnitt aus der Zeit der Beziehung von zwei jungen Leuten vor der Trauung. Schaut man genauer hin, so findet man auf jeder Karte vielseitige Informationen. Die 12 Postkarten wecken die Phantasie und den Entdeckerdrang.
Sie als Geschichtsfreunde erhielten hier einen Einblick in die Arbeit und die vielfältigen Möglichkeiten, Informationen auf zu bereiten.
Die Postkarten führen uns vor Augen, wie eingeschränkt die Kommunikationsmittel damals waren. Heute greifen wir zum Handy und schicken Botschaften in verschiedensten Formen, bevorzugt per WA und - in äußerst kurzer Zeit. Alternativ kann man telefonieren und mailen. 

Wenn auch Sie Neugierde auf Vergangenheit verspüren, dann kontaktieren Sie die  Geschichtsfreunde oder den Heimatverein Kohlscheid.

Dank  

- natürlich an Klaus Maassen für die Erteilung aller Rechte und die tatkräftige Mitarbeit bei  der heimatkundlichen Aufarbeitung
- an Paul und Bernd Hollands für die Informationen zu den Erzählungen ihres Großvaters.
- an Marianne Schülke, die den gesamten Text auf Fehler kontrollierte

Liebe Besucher der Seite,
es war mehr denn je eine Gemeinschaftsarbeit. Wenn Sie Lust haben, auch an einem Thema mit zu arbeiten, dann freuen wir uns. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.
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Quellen 

- Postkartensammlung Klaus Maassen
- Informationen von Klaus Maassen, sowie Paul und Bernd Hollands
- Fotos aus der Sammlung Klaus Maassen und Erich Hallmann
- Bericht über Verwaltung und Stand der Angelegenheiten der Gemeinde Kohlscheid 1911
- Adressbücher 1905, 1909 und 1950
-Josef Aretz: Spuren der Vegangenheit
-Internet, Wikipedia etc.

 


  • Liebe Geschichtsfreunde,

    habt Dank für diese interessante Aufarbeitung!

    Zu Karte Nr. 12 habe ich drei Anmerkungen:

    1. Es sind nicht drei Gleise, sondern vier; wenn man die Waggons links nach vorne verlängert, wird es deutlich; das vierte Gleis ist nur undeutlich zu erkennen. Der Gleisplan (in „Löffler, Kohlscheid für Eisenbahnfans“, S. 29) belegt auch die vier Gleise.

    2. Irritierend allerdings ist ein Vergleich des Fotos bei Löffler mit der Abbildung der Postkarte: Die Postkarte von ca. 1905 zeigt auf der rechten Seite höhere und wesentlich modernere Gebäude als das Foto von Löffler, das mit 1920 datiert ist. Außerdem fehlen bei Löffler die Bäume und der Schornstein links vom Förderturm. Das legt nahe, dass die Datierung „1920“ bei Löffler nicht stimmen kann, oder?

    3. Es heißt: „Das prächtige Haus links war der Zugang zur Zeche.“ Ich kenne dieses Gebäude unter dem Namen „Hauptverwaltung“. War es tatsächlich so, dass die Kumpel durch dieses
    (Verwaltungs?-)Gebäude das Zechengelände betraten?

    Mit freundlichen Grüßen
    Heijo Eck

    • Zu Kommentar Anmerkungen zu Karte 12“ von Heijo Eck:
      Ja, es stimmt, bei Karte 12 gibt es ein Versehen. Vielen Dank für die Anmerkungen.
      Die Zuordnung der Karte ist falsch, das Motiv ist vertauscht. Die Beschreibung der Karte war im Rohzustand und noch nicht kontrolliert. Das richtige Motiv ist eine weitere Ansicht der Weststraße im mittleren Teil. Ich verzichte aber auf einen Austausch der Motive. Die Beschreibung und die aufgeworfenen Fragen zu der Karte Laurweg im Kommentar sind so perfekt und interessant, dass es schade wäre, wenn die Thematik und Arbeit verloren ginge. Wir werden den offenen Fragen nachgehen. Wenn aber jemand dazu etwas weiß, sind wir dankbar für Antworten.
      Im Bericht füge ich selbstverständlich einen Hinweis auf die Verwechslung und den Kommentar ein.
      Ich danke nochmals für den sachlich formulierten Kommentar; zeigt er mir doch die positive Aufmerksamkeit bei unseren Lesern.
      Grüße Erich Hallmann

      Als weitere Antwort auf Heijo Eck.
      Zu Kommentar Anmerkungen zu Karte 12“ von Heijo Eck:
      3. Es heißt: “Das prächtige Haus links war der Zugang zur Zeche.” Ich kenne dieses Gebäude unter dem Namen “Hauptverwaltung”. War es tatsächlich so, dass die Kumpel durch dieses
      (Verwaltungs?-)Gebäude das Zechengelände betraten?
      Antwort:
      Die Hauptverwaltung oder Zentralverwaltung des EBV war das Gebäude an der Roermonder Straße. Das gezeigte Gebäude wird auf einem Plan der Zeche Laurweg als „Zechenhaus“ bezeichnet. Dieser Plan war auch die Vorlage für den Plan in der Broschüre von Dr. Löffler: „Kohlscheid für Eisenbahnfans“ Seite 47.
      Das Zechenhaus war der Eingang der Werktätigen auf Laurweg. Im ersten Saal wurde die Anwesenheit dokumentiert. Dann kam die Station, wo die Arbeitskleidung hing und nach dem Umziehen die Straßenkleidung aufgehängt wurde.
      Nach der Schicht ging der Weg umgekehrt mit der Zwischenstation Waschkaue.
      Karin Busch, ausgewiesene Kennerin der Kohlscheider Bergwerke, bestätigt das Haus als Eingang zur Zeche.
      Grüße Erich Hallmann

  • Lieber Herr Hallmann,
    die Auswertung der Postkarten und die gesammelten Angaben zu den „Protagonisten“ und der Nachkommen kann man nur in den höchsten Tönen loben.
    Herzlichen Gruß
    Heinz Josef Küppers, Ehem. Leiter Kulturarchiv der Stadt Würselen

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