Dr Dreijeck (gesprochen: Dreij_eck)
Zur Erläuterung:
Ordnungsnamen
Einteilungen für den Dreieck
Näver dr Dreijeck:
Zum Beispiel die Spedition Alfons Körfer
An dr Dreijeck:
Das Modegeschäft Klee

Klee, AM DREIECK Anzeige in einer Festschrift von 1984
Papa Nigrin

Dijon, Südstraße, Haus von 1909. Foto E. Hallmann
Hänger dr Dreijeck
Die Apotheke und die Josefstraße

Das Bild ist aus 1955. Zu sehen sind die Einmündung in die Josefstraße, rechts die Falken Apotheke und links das Zigarrengeschäft Handels und die Maijungen.
Das Bild stammt aus einem Film von Herrn Eihmer. Die Rechte an diesem Film hat Karl Schlebusch gekauft. Wir dürfen den Ausschnitt zeigen.
Weiter an dr Dreijeck
Zigarren Handels
Eisenwaren Eichenbaum

Klingeldeckel Eichenbaum, (c) E. Hallmann
Einerhand
Als Nachfolgerin übernahm Frl. Schillings den kleinen "Tante Emmaladen" am Puetejeisje. Viele haben noch das große Blechschild von Henkel mit der Reklame für Sil vor Augen. Wenn Frl. Schillings ein Fass mit Heringen bekam, ging die Flüsterparole los: „Beij Schellengs sönd de Herege enet Anjebot“ (Wie das mit den Heringen ging, sollte ein andermal erzählt werden.)

Lebensmittel Einerhand, Foto Sammlung Heimatverein

Einerhand, Südstraße, Foto Sammlung Josef Nellessen
Die Puetgasse

Puetgasse mit den Häusern ehemals Hillko und Schillings ca. 2004, Foto Heimatverein

Blick in die Puetgasse 2020, während der Abrissphase, Foto E. Hallmann
Hillko
Das Haus Nr. 73 war viele Jahre die Hillkofiliale am Dreieck. In der Festschrift 100 Jahre Hillko von 1970 ist die Filiale noch gelistet. Sie wurde lange Jahre geleitet von Ida Hammers.
Sie war die Frau von Hubert (Bub) Hammers; de met de Hot, de van dr KBC. Er trug mit Vorliebe einen braunen Wildlederhut, er war jahrelang Vorsitzender und Förderer des KBC.
Hubert Hammers führte das Elektrogeschäft und den Handwerksbetrieb seines Vaters, Südstraße Nr. 98 fort. Nach der Schließung der Hillko Filiale wurde Nr. 73 für den Elektrobetrieb genutzt. Die Zuwegung ging über das schmale Puetejeisje.
Vör dr Dreijeck
vom Markt ausgesehen waren in der Südstraße vor der Hillko die "Möbelfabrik Ernst", das "Textilwarengeschäft Bennent" und die "Metzgerei Holtz".
Auf der gegenüberliegenden Seite waren "Farben und Tapeten Werker" und "Elektro Hammers".
Dr Dreijeck
Die Gaststätte „Zum Dreieck“

Dreieck, (c) Archiv Heimatverein Kohlscheid
Johann Josef Rocks

Dreieck, (c) Archiv Heimatverein Kohlscheid
Jean Engels

Herrenclub mit Wirtin im Dreieck. Engels Jean ist entweder der Herr mit Krawatte oder der vorne mit dunkler Weste und Hut? Wer kann helfen? Foto Sammlung Josef Nellessen
Juli 2024; Peter Krott schreibt:
"Ich habe Ergänzungen zu Ihrer Erinnerung an die Gaststätte "Am Dreieck".
Jean Engels ist der Herr mit der Weste, die Dame mit der Schürze ist seine Ehefrau Emilie, die ihn überlebte.
Pächter der Gaststätte waren ab 1963 auch noch Erich und Else Uhing, die später eine Gaststätte in Aachen am Ponttor betrieben.
Ab etwa 1967 übernahm "Menn" Stammsen das Lokal mit seiner Frau Sibille. Der richtige Vorname von Menn Stammsen ist mir leider nicht bekannt, dessen Bruder Josef übernahm dann wenig später die Gaststätte.
Freundliche Grüße
Peter Krott"
EH: Herr Krott, vielen Dank für die Ergänzung.
Juli 2026
Nachtrag zu dem bestehenden Bericht „Der Dreieck in Kohlscheid“ aus März 2022
Ich bin Herbert Engels, Jahrgang 1949. Mein Großvater Jean Engels war der Wirt des Gasthofs „Am Dreieck“ in Kohlscheid. Ich bin nach der Bundeswehr, also mit 22–23 Jahren, nach Aachen gezogen, hatte vor Bearbeitung des Themas keinen großen Bezug mehr zu Kohlscheid. Jetzt fahre ich wieder mit anderen Gedanken durch den Scheed.

Das Bild zeigt meinen Großvater Jean, eine Cousine meines Vaters, mein Vater Josef, meine Großmutter Emilia, genannt Milli und eine weitere Cousine; Foto ca. 1956, Sammlung Herbert Engels
Ich bin verwandt mit den Familien Paffen und Gasten. Mein Großvater Theodor Paffen (mütterlicherseits), hatte elf Enkel, davon leben noch sieben. Vor Kurzem haben wir uns getroffen. Elmar Gasten erzählte, dass die "Geschichtsfreunde" Ausführungen über die Kohlscheider Gaststätten machen würden.
Dazu möchte ich dann doch das Ein oder Andere berichten und stelle gerne noch einige Fotos zur Verfügung.
Die Engelsfamilie
Die Engelswirte, also die drei Wirte, die Engels hießen, hängen auch verwandtschaftlich zusammen. Mein Großvater, der Jean Engels, dann der in der Südstraße auf der anderen Seite, also nachher Goebbels, und der oben auf dem Markt, der war auch Engels. Das waren drei enge Familienmitglieder.
Die Tochter des Engels in der Südstraße war eine Cousine meines Vaters. Sie heiratete einen Goebbels.
Dann gab es aus dem Zigaretten‑ bzw. Zigarrengeschäft die Tilla‑Kraut. Sie war eine Schwester dieser Frau Goebbels, also ebenfalls eine Cousine meines Vaters.

Mein Vater Josef , der Großvater Jean, die Großmutter Milli.; Foto ca. 1930, Sammlung Herbert Engels
Das Haus am Dreieck also Ecke Südstraße / Kaiserstraße
Wie kam der Großvater zu dieser Gaststätte? Der Vorgänger und Besitzer des Hauses hieß Rocks. In den 1920er Jahren wurde die Gaststätte gekauft. Es war dann Eigentum der Wirtsleute Jean Engels und seiner Frau Milli.
Diese Gaststätte hatte etwas Besonderes. Sie hatte das kleine Sälchen; man ging neben dem Wandbogen, unter dem der Ofen stand, in einen separaten Raum. Vorne im Gastraum standen die Theke und die Tische.
Das Sälchen war eigentlich kein Sälchen, sondern nur ein Nebenraum, der von den Gästen immer wieder mit genutzt wurde und damit dann auch zur Gaststätte als Schankraum gehörte. Man konnte die Tür abschließen, sodass der Raum auch separat für Versammlungen eines Vereins genutzt werden konnte. Dieser "Gasthof", wie oben auf dem Foto genannt, hatte keinen Saal und keine Kegelbahn.
Die Hauptfigur – Der Wirt – mein Großvater

Schang Engels; Foto ca. 1950, Sammlung Herbert Engels
Jetzt zum Großvater, dem Wirt Schang (oder et Schengsche). Er war ein kleiner, untersetzter Mann, der hinter der Theke eine gewisse Figur gab.
Einiges werden wir von ihm kennenlernen und es ist nachzu vollziehen, dass er als sympathisch und beliebt galt.
Jeden Morgen las er nach dem Frühstück und vor dem Öffnen ausführlich die Zeitung.

Foto ca. 1960; Sammlung Herbert Engels
Mein Großvater war im weiten Umkreis als Wirt bekannt, immer sehr lustig und gesellig, und er wurde als angesehener, respektierter Wirt akzeptiert. Er unterhielt sich mit den Gästen, spielte mit ihnen Skat. Wenn der dritte oder vierte Mann fehlte, setzte er sich einfach dazu. Er war sehr unterhaltsam.

Schang war immer für ein Scherzchen bereit, aber immer mit dem gewissen Stil. Foto: Sammlung Herbert Engels
Der Schang hatte einen grundsoliden Ruf, er war als Wirt in Kohlscheid und Umgebung als Wirt anerkannt. sonst hätte er sich nicht 40 Jahre lang halten können.
EH: Wurde bei euch zu Hause Platt gesprochen?
Nein, zu Hause nur Hochdeutsch. In der Kneipe wurde natürlich Platt gesprochen. Das konnte man nicht abstellen.
Mein Großvater sprach natürlich angepasst. Wenn jemand vor ihm stand, von dem er wusste, dass er Platt spricht oder gerne Platt spricht, wurde Platt gesprochen. Stand zum Beispiel ein hoher Beamter oder Steiger vom EBV, von dem er wusste, dass der nur Hochdeutsch sprechen konnte, wurde Hochdeutsch gesprochen. Das ging hin und her und er passte sich an. Wie gesagt, mein Großvater war da sehr, sehr auf die Gäste eingespielt.
Man redete über meinen Großvater vom Schengchen, also in der Verniedlichungsform. Schang kommt eigentlich aus dem Niederländischen oder aus dem Französischen, Jean, also ist die Grundform für den deutschen Namen Johann, Hans..

Typisch: Schang meist mit Anzug; Foto: Herbert Engels
„Programm“
Frühschoppen war samstags und sonntags, und dann war der Gastraum, also die Wirtschaft, proppe voll. Ich war 12 oder 13 Jahre alt, als ich praktisch als "Aushilfskellner" mitmachen durfte. Ich bekam natürlich ein bisschen Trinkgeld, zum Beispiel vom Metzger Holz gegenüber oder vom Metzger Dijon auf der anderen Seite. Das war ein schönes Sonntagsgeld nebenbei.
Jeden Morgen wurde um 10 Uhr geöffnet, und dann kamen die ersten Gäste, zum Beispiel Bergleute, die ihre Schicht beendet hatten, um ein Bierchen und vielleicht ein Körnchen zu trinken. Gegen Mittag kamen die Rentner, danach gab es eine Mittagspause; nachmittags wurde wieder geöffnet. Skat wurde meistens abends gespielt.
An den Wochenenden war sehr viel los. Meine Mutter und mein Vater halfen aus, und meine Schwester und ich wurden bei dem anderen Großvater, der in der Ebertstraße wohnte, unter Obhut gestellt. So lief die Wirtschaft praktisch ab.
Ich kann mich nicht erinnern, dass dort geknobelt wurde – das gab es vielleicht gar nicht. Hauptsächlich wurde Skat gespielt. Der Großvater war ein geselliger Wirt; fehlte ein dritter oder vierter Mann, setzte er sich dazu und spielte mit.
Das Bier wurde auch außer Haus verkauft. Wenn die Leute mit den braunen Flaschen, den Siphons, kamen, füllten sie ungefähr 2 Liter ein, trugen die Flaschen nach Hause und tranken das Bier dort. Ein sogenanntes „Rütchen“, ein kleines Fenster, an dem die Gäste draußen standen und ihr Bier für zu Hause bekamen, gab es nicht – daran kann ich mich nicht erinnern.
Spezialität
Mein Großvater war gelernter Metzger. Alle paar Wochen machte er Sülze, den „Scheeter Hoikies“. Das Fleisch wurde zusammen mit allen Zutaten und Gewürzen durch den Wolf gedreht, dann in alle vorhanden Töpfe und Gefäße abgefüllt und fest werden lassen.
Er kündigte an: „Morgen gibt es Sülze.“ Am nächsten Tag war die Gaststätte voll, denn jeder bekam ein Stück, in kleinen Portionen, zusammen mit einer Scheibe Schwarzbrot, kostenlos. Das war ein Service von meinem Großvater für seine Gäste und er zog neue Kunden an.
Also, für seinen grauen Hoikies war der Schang bekannt.
Ansonsten gab es nichts zu essen. Die große Ausnahme war vielleicht ein Schnittchen oder ein "strammer Max".
Die Gäste
Unsere Kundschaft war anders als bei Harff. Unser Publikum war gesetztes, etwas älteres Publikum – ich spreche von den 1950er Jahren, als ich das als Kind miterlebte. Harff hatte einen anderen Ruf, weil dort vor allem Arbeiter verkehrten, die etwas rabaukenhafter und roher waren. Dort gab es bereits einige Auseinandersetzungen, über die man sich in Kohlscheid erzählte. Wenn mein Vater hörte, dass eine Veranstaltung bei Harff stattfinden sollte, sagte er: „Oh wei, oh wei, bei Harff, oh nee, da gehe ich nicht hin.“
Der Dreieck war eine grundsolide Gaststätte. Wir hatten als Gäste ältere, gesittete, ruhige Menschen. Ich erinnere mich nicht an Krawalle oder gewalttätige Gäste bei meinem Großvater. Er war jedoch sehr rigoros bei auffallenden Gästen. Er schenkte nichts mehr aus, sagte: „Du bekommst kein Bier mehr, du bekommst hier nichts mehr, komm, bezahl und dann geh bitte.“ Auf diese Weise hatte er praktisch immer Ruhe.
Ausschank
Zum Ausschank kamen die Biere Ketschenburg aus Stolberg und Hacker Pschorr aus München. Die Schnäpse waren die damals üblichen, wie Dornkaat, Steinhäger usw. Die Schnäpse wurden in Glasballons, die in geflochtenen Körben geschützt, angeliefert.
Sie standen im Keller. Mein Großvater füllte die Flaschen unten im Keller ab, während oben die Flaschen mit Etiketten an der Theke standen.
Ein Körnchen wurde gern zusammen mit einem Bier getrunken, im Volksmund – Köppelchen genannt.

Großvater und Großmutter und mein Vater Josef; Das linke Reklameschild nennt den Spirituosen - Lieferanten Chorus und das rechte Ketschenburger Pilsener Foto von ca. 1935; Sammlung Herbert Engels
Wenn Ketschenburg anlieferte, durfte ich mitfahren. Der Lieferant kam in einem alten Hentschel LKW mit großer Motorhaube, ohne Servolenkung, sodass der Fahrer beim Kurvenfahren richtig arbeiten musste. Er fuhr nach Richterich, wo er zwei Anlieferstellen hatte, und dann zurück nach Kohlscheid, ebenfalls mit zwei Anlieferstellen. In Kohlscheid musste ich aussteigen. Ich hatte 1–2 Stündchen ein wunderbares Erlebnis.
Das Ende

Milli und Schang Engels; Foto von ca. 1955; Sammlung Herbert Engels
Der Großvater verstarb Mitte/Ende der 1965, meine Großmutter Mai 1974. Meine Eltern übergaben das Haus, also die Wirtschaft, später mehreren Pächtern.
Einige Zeit später stellten meine Eltern fest, dass es sich nicht mehr lohne. Der Aufwand und die Schwierigkeiten wurden immer größer. Das Haus wurde auf Lebensrente verkauft.
Mein Vater war im Hauptberuf selbständiger Musiklehrer und in der Pfarre in Kämpchen war er festangestellter Organist und Chorleiter.
Dank an Herbert Engels für den Text und die Bilder. Alles zusammen ist eine großartige Ergänzung.
Weitere Wirte und Wirtinnen:
- Josef Stammsen ab 1968
- Barbara Bräutigam annonciert 1975: Vereinslokal für den Karateclub „The Korea“ und den „Sparklub von Jo“,
- ?? Uhing steht im Adressbuch von 1980
- Josef Birenzeig
- Josef Martinelli (nicht der Alemannia Fußballer) annonciert: „feine Gaststätte /eins trinken, wenn man vom Standesamt kommt“
- Ingrid und Darko Dolamic annoncieren 1993: Wiedereröffnung

Schicksal des Hauses

Foto: E Hallmann


Foto: Archiv Stadt Herzogenrath

Foto: E. Hallmann
Die Bagger rücken an.

Foto: Archiv Stadt Herzogenrath
Veränderte Verkehrsführung

2020, Abriss zwei Häuser Südstraße, Foto E. Hallmann

2020, Lücke durch den Abriss der zwei Häuser Südstraße, Foto: E. Hallmann

2021, Am Dreieck entstand die veränderte Verkehrsführung mit Kreisverkehr. Foto: E. Hallmann
Wand mit Dekoration vom Verein Kohlscheider Bürger

2020, Wandbild Dreieck
Katja`s Cafe Schaffrath
Tafel vom Heimatverein

Das Wandbild wurde vom Verein Kohlscheider Bürger angebracht und die Tafel vom Heimatverein Kohlscheid

Tafel mit zwei Ansichten der Gaststätte Am Dreieck und Einsichten in die Südstraße
Aufruf:
Wer hat Bilder von der Tankstelle Eichenbaum für den Bericht und für unser Archiv?
Dank
an Josef Nellessen für Fotos und Informationen,
an einige "Südstraßenkinder" für ihre wertvollen Informationen und Hinweise
an Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde aus dem Heimatverein Kohlscheid
an Marianne Schülke, die mit Geduld den Text redigiert hat.
Quellen
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