Der Heimatverein erinnert an das Bahnunglück 1972
Die Schlagzeilen
- Eilzug raste im Nebel auf stehende Diesellok
- Eilzug rammte Rangierlok
- Kohlscheid: Zugunglück im Nebel
- Von einem schweren Eisenbahnunglück wurde die Bundesbahn am Dienstagmorgen im Aachener Raum betroffen
- Stromstörungen in der Oberleitung haben verhindert, dass gestern Morgen bei einem Zugunglück in dichtem Nebel Menschen sterben mussten.

Foto W Sevenich Der Eilzug

Foto W. Sevenich Der erste Waggon

Foto Sepp Linckens Der Unglückszug E1766, Mönchengladbach - Aachen
Was war passiert?

Die Auswirkungen

Foto J. Schmidt Gequetsches Abteil

Foto Sepp Linckens Deformierter Wagengang

Foto J. Schmidt Blick in den Führerstand der 103
Zitat aus den Aachener Nachrichten:
"Dr. med. Norbert Stassart (Kohlscheid) der kurze Zeit nach dem Zusammenprall an der Unglücksstelle eintraf, leistete bei den Schwerverletzten erste Hilfe. Wie er den Nachrichten mitteilte , erlitt der Diesellokführer schwere Kopf- und Beinverletzungen. Ähnliche Verletzungen trugen auch drei weitere Fahrgäste davon. Ein junges Mädchen hatte nach den Angaben des Artztes eine stumpfe Bauchverletzung und wurde ins Würselener Krankenhaus gebracht. Die weiteren verletzten Fahrgäste trugen zumeist Unterschenkel- und leichte Kopfprellungen davon. Während die Schwerverletzten mit dem Rettungs-und Krankenwagen der Brandwache Würselen sowie der Kanappschaftswagen transportiert wurden, hatten sich in die Hilfsaktion auch ein Kohlscheider Taxiunternehmen und Privatfahrer eingeschaltet.
Vorbildlich haben sich, wie den Nachrichten an der Unglückstelle bestätigt wurde, alle Beteiligten verhalten, darunter auch Bahnbeamte , die selbst im Eilzug saßen um ihren Dienst in Aachen anzuteten. Die Verletzten wurden in kürzester Zeit in ärztliche Behandlung gebracht. Der Rettungsdienst wurde vorbildlich abgewickelt. Am späten Nachmittag waren 38 davon wieder aus den umliegenden Krankenhäusern entlassen worden. Die beiden Lokführer und vier Fahrgäste wurden so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus bleiben mussten. Es besteht jedoch keine Lebensgefahr.
Die Polizei sprach von einem Gesamtschaden von einer halben Million DM. Die Bundesbahn von 200.000 DM."
Der WDR berichtet am Abend des 29. Februar 1972 über den Unfall in "Hier und Heute". Die Kohlscheider Ärzte Hans und Lutz Göbbels arbeiteten 1972 im Bardenberger Krankenhaus. Einer der beiden berichtete über die Situation im Krankenhaus. Er beschrieb die Gemütszustände der Verletzten und er berichtete über die Behandlungen.
Wie konnte es passieren?
Für Eisenbahnfreunde
Quellen und Entstehung des Berichtes:
Vor über einem Jahr bekamen wir die Erinnerung an das Unglück von einem Gönner und Freund des Heimatvereins. Umgehend wurde recherchiert. Im eigenen Archiv befand sich ein Zeitungsschnipsel, leider ohne Angabe, um welche Zeitung es sich handelt. Der Fotograf Wolfgang Sevenich suchte in seinem umfangreichen Foto- und auch Textarchiv und wurde fündig. Im Kulturarchiv Würselen befinden sich Originalexemplare der Aachener Nachrichten aus den 70er Jahren. Dort fanden wir weitere Texte und Bilder. Die Fachbücher aus dem EK Verlag von 2017: "Die Baureihe 103" und "Die Baureihe 215" brachten einige informationen zum Unfallschaden. Die Anfragen bei drei weiteren Archiven brachten kein Ergebnis.
Aus all den „Fundstücken“ haben wir den vorliegenden Text zusammengestellt.
Als Ursprungsautoren sind zu erkennen und damit auch zu nennen: Helmut Pusch, Manfred Burkhard und Erwin Genten.
Beteiligte Zeitungen: Aachenener Nachrichten, Aachener Volkszeitung, Bildzeitung
Dank:
an Wolfgang Sevenich, Fotoarchiv und Literatur
an das Kulturarchiv Würselen
an Mitglieder des Arbeitskreises Heimatkunde aus dem Heimatverein Kohlscheid
an Marianne Schülke, die wieder den Text redigiert hat.
Aufruf:
Unsere Suche nach Zeitzeugen blieb erfolglos. Sollte sich doch noch jemand finden, dann werden wir selbstverständlich gerne Kontakt aufnehmen. Bitte bei uns melden
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Beim Bahnunglück 1972 war ich auch dabei. Den Zeitungsartikel und die Bilder kannte ich nicht. Sehr interessant. Ich war auch verletzt, hatte eine Platzwunde oberhalb der Stirn. Am Bahnhof bin ich gut versorgt worden. Im Würselener Krankenhaus ist die Wunde genäht worden, aber sie hatte sich nach einigen Tagen entzündet und ich lag 10 Tage im Krankenhaus.Von der DB habe ich aber nichts mehr gehört bez. des Unfalls.
Sehr geehrte Frau Diederen,
vielen Dank für Ihre Informationen. Zeitzeugen sind immer wichtig, denn dadurch wird alles bisher Geschriebene bestätigt.
Vielen Dank auch für unser sehr schönes Telefonat.
Sie berichteten mir unter anderem von dem Taxi, mit dem Sie nach Würselen gefahren wurden und von den Bemühungen Ihres Rechtsanwalts, Schmerzensgeld zu bekommen. Das scheiterte an den alten Reichsbahngesetzen aus der Kaiserzeit.
Danke und alles Gute für Sie
Erich Hallmann