Geschäftiges Treiben in Klinkheide
Eine Bemerkung vorab:
Wir gehen weiter
Gehen Sie bei unserem „Spaziergang“ einfach mit. Wir waren in der Klinkheider Straße auf der rechten Seite.
Klinkheider Straße
Nummer 58, Schneiderei Ida Knops, 1950.
In einem der Nachbarhäuser arbeitete auch Frau Frey. Sie konnte auch alles nähen und „reparieren“.,
Nr. 62 war vormals Landwirtschaft Knops und nachher Milchhändler Winkens
(Die alten Klinkheider erinnern die Nummer 6yywaQ2 in der Klinkheider Straße als den Standort von Winkens. Es gibt aber auch abweichende Angaben. Wer hierzu etwas weiß, bitte melden, Danke)
Das Haus 62 ist zwischenzeitlich abgerissen.

!Peter Winkens; Foto: Sammlung Diederen
Hier ist Peter Winkens sen. bei der Lieferung der Milch an eine kleine Kundin in der Bendstraße vor der Einfahrt des Hofs Braun zu sehen.

Hausnummer 76 heute
Das große Haus an der Teilung der Klinkheider Straße gehörte früher zu einem Bauernhof. Es war sicherlich das Wohnhaus. Irgendwann wurde es zu einer Gaststätte ohne Saal umgebaut. Ein Junggeselle der Familie Winkens kaufte den Hof und die dahinter liegenden Wiesen. Er betrieb die Wirtschaft die immer "beij dr Winkens" genannt wurde.
Dann kam die Gaststätte in die Hand eines im „Milieu Tätigen“. Die Gaststätte hieß dann „Lamour“.
Bis zu einer Schießerei lief alles reibungslos. „Klinkheide“ hatte nur sehr wenig vom Betrieb mitbekommen. Seit 2018 wird das Haus renoviert.

Hundeschule W. Setterich, Hausnummer 253, Foto E Hallmann
1967 wurde unten „im Loch“ die Hundeschule Wilhelm Setterich gegründet. Seither gibt es auch den Gebrauchshundesportverein Klinkheide.
Wir gehen jetzt den kleinen Weg rechts hoch zur Projektstraße.
Am Ende der Straße war nach dem Krieg die Hühnerfarm Jaud. Leider fehlen uns sämtliche Informationen. Wer kann hierzu etwas berichten?
Wir gehen die Klinkheider Straße hoch und biegen in die Straße „An Sichelscheid“.
An Sichelscheid
Bei der Nummer 35 finden wir den Versicherungsagenten Josef Paffen.

Foto: E. Hallmann
Beim Kauf des Grundstücks für sein Haus befand sich bis dato ein Wohnhaus zur Grube Sichelscheid gehörig.

Foto: Archiv Heimatverein Kohlscheid
1590 wird die Grube Sichelscheid erstmals schriftlich erwähnt. Sie lag vorwiegend in Klinkheide. Werkstätten Schacht und Verwaltung waren in Klinkheide.
Sie ist in der Mitte des 17. Jahrhunderts die größte Grubenanlage der Unterherrschaft zur Heyden. Nach 1807 sind über 160 Arbeiter, 1823 genau 193 beschäftigt. Damit war die Grube Sichelscheid der größte Arbeitgeber in Klinkheide.
Wir gehen die kleine Gasse hoch zur Bendstraße.
Bendstraße
Rechts abgebogen kommen wir zur Nummer 3 auf der rechten Seite, weiter dann zur Nummer 1.

Foto: Sammlung Diederen
Auf dem Bild oben ist in der Mitte der Straße der Sandteppich zu sehen. Jedes Jahr wurde zu Fronleichnam von der Familie Schönen/Diederen gelegt. Die gesamte Nachbarschaft war beteiligt. Die Arbeiten begannen bereits im Morgengrauen. Der Sand wurde mit Farben gemischt, die bei Horbach in der Nordstraße gekauft wurden.
Auf dem Bild oben sehen wir frontal die Metzgerei Flocke, links das Gebäude Nummer 2. mit der langen Gartenmauer.
Die heutige weiße Verklinkerung des Hauses Nummer 3 verdeckt die ursprünglichen Backsteine und vor allem das große runde Einfahrtstor. Auf dem Bild ist rechts die alte Fassade noch zu erkennen. Es ist der Hof Braun. Konrad Braun betrieb bis in die 50er Jahre die Landwirtschaft. Er wurde unterstützt von seiner Tochter und Nachfolgerin Katharina (Netti) Weituschat geb. Braun. Mit deren frühem Tod endete der landwirtschaftliche Betrieb.
Im Adressbuch 1909 erscheint ein Reiner Braun als Bäcker und Kolonialwarenhändler. Wer weiß hierüber etwas?

Foto: Sammlung Diederen; rechts Konrad Braun

Bäckerei Diederen; Foto: Sammlung Diederen
In der Bendstraße 2 ließ sich Anfang der 50er Jahre der Bäckermeister Albert Diederen mit einer eigenen Bäckerei nieder. Das Haus wurde umgestaltet und die Produkte wurden zunächst gegenüber in dem Verkaufsraum der Landwirtschaft Braun verkauft. Einige Zeit später wurde ein Verkaufsraum im Haus Nummer 2 eingerichtet. Natürlich gab es auch den Dienst, morgens die Brötchen bis zur Haustür der Abonnement Kunden zu liefern. Auch der Brotverkauf erfolgte „Frei Haus“.
An den Wochenenden und zu den Feiertagen brachten die Nachbarn ihr selbst eingemachtes Obst, und in der Bäckerei wurden daraus Fläden gebacken, bzw. vorgefertigte Fläden zum Abbacken. Spezialität war das doppelt gebackene Schwarzbrot. Und es gab die so heiß geliebten Windbeutel.
Das Mehl wurde in der Mühle Leuchter in Laurensberg gekauft und einmal pro Woche per LKW geliefert.
Gebacken wurde bis 1964. Wegen einer Kriegsfolge - Krankheit wurde entschieden, die Bäckerei zu schließen und Backwaren von Baggen zu verkaufen. Als Sortimentserweiterung gab es auch Schreibwaren, Zeitungen, Zeitschriften und Schulmaterial, wie Bücher, Hefte, Stifte etc.
Wir gehen zurück, die Bendstraße hinunter



Foto: E. Hallmann
1950 gab es unter der Nummer 38 den Schuhmachermeister Matthias Frohn und unter Nummer 40 den Omnibusbetrieb / Autotransporte von Josef Girnstein. Hierzu gibt es die Vermutung, dass Girnstein eine Zeitlang die Müllabfuhr für Kohlscheid übernommen hat. Wer etwas hierzu weiß, bitte melden
Bis vor einigen Jahren gab es in der Nummer 45 den Heizungsbau Schongs und in Nummer 49 den Heizungsbau Bülles GmbH & Co.KG
Oberhalb der Senke in der Bendstraße gab es in Nummer 95 den Tabakwarenhandel Mommertz.
Wir gehen zurück bis zur Schulstraße.
Schulstraße

Foto: E. Hallmann
Das untere Haus ist die Nummer 96. Hier wurde im Adressbuch 1950 das Friseurgeschäft Elisabeth Hofmann aufgeführt.
Im Haus mit dem großen Tor, Nummer 92, gab es den Spezialhandel von Josef Engels für Geflügel- und Vogelfutter, speziell Taubenfutter. Ein breites Sortiment für die unterschiedlichen Geflügeltiere mit ihren unterschiedlichen Empfindlichkeiten gab es hier. Besonders die vielen Taubenzüchter fanden hier Spezialfutter für die jeweiligen Lebens- und Krankheitsphasen ihrer geliebten Tiere.
Hier in Klinkheide wurde ein überregional bekanntes Taubenfutter hergestellt. Nach einem „Geheimrezept“ wurden etwa 10 mal 10 cm große Würfel „gebacken“ und so verpackt, dass die Tauben Vergnügen daran hatten, die einzelnen Bestandteile herauszupicken. Der „Teig“ bestand aus Lehm, Lebertran und extra gemischtem Vogelfutter. Mit diesem Produkt fand Engels eine Marktlücke und hatte weit über die Grenzen von Klinkheide exklusive Kunden.
Engels war selbst ein sehr erfolgreicher Taubenzüchter.
Unter der Hausnummer 50 gab es in den 1950er Jahren das Fuhrgeschäft Jakob Leuchter.
Hausnummer 34, Gaststätte Goertz

Haus Goertz, Klinkheide; Foto: E. Hallmann
Das Haus war immer für der Treffpunkt für viele Vereine. Der Radfahrverein „All Heil“ und der Karnevalsverein „Dorfspatzen“ wurden hier gegründet.
1975 war Tiny Florack die Wirtin und 1987 Änne Kleinekofort. Dann stand die Gaststätte leer.
Die Ausstellungen waren zeitversetzt, im anderen Halbjahr, auch bei Wirtz zu sehen.
Im Juni 2025 kaufte Manfred Waluga aus Kohlscheid das Gebäude und lässt es derzeit renovieren.
In Hausnummer 28 war das Baugeschäft des Maurermeisters Josef Finders.

In Hausnummer 20 war der Schuster Frohn. Er hatte nachher seine Werkstatt im Keller des neugebauten Hauses seiner Tochter in der Hoheneichstraße.

Restauration Andreas Franzen; Foto: Archiv Heimatverein
Unter Nummer 18 gibt es einen sehr alten Gebäudekomplex. Bereits 1844 gab es einen Saal in dem man für die Klinkheider Kinder eine Schulklasse eingerichtet hat. Der Saal gehörte zur Gaststätte Rüland.
Andreas Franzen firmierte 1912 mit Kolonialwaren und Gastwirtschaft.
Später gibt es die Namen Rocks, Franzen, Weiter, Moers, Bülles, Moll, 1988 übernommen von Kaspar Fischer, genannt Käpp und jetzt ist seine Tochter Sylvia Sauren die Wirtin.

Foto aus dem Film von H. Eihmer 1959
Käpp Fischer gab der Gaststätte den Namen „Zum Backhaus“.
Die Wirtschaft war Domizil für zahlreiche Vereine. 1975 warb Bülles mit „Sportlerheim“ So waren zum Beispiel der KSV und die St. Martinus Bogenschützen hier „beheimatet“.

ehemalige Gärtnerei Ortmanns, Klinkheide; Foto: E. Hallmann
Hoheneichstraße

ehemals Postfiliale, Anbau Gärtnerei Ortmanns, Klinkheide; Foto: E. Hallmann
Nachher zog der Gemüsehändler „Murat“ zunächst hier ein und dann in den großen Laden in der Schulstraße.

ehemals Lebensmittelgeschäft Birken, Foto: E. Hallmann

Lebensmittelgeschäft Birken, Klinkheide, Foto: aus Film Eihmer 1959

Änne Birken in ihrem Laden in Klinkheide, Foto: aus Film Eihmer 1959
Wir gehen in die Holzerstraße
Holzerstraße

ehemalige Bäckerei Beckers, Klinkheide, Foto: E. Hallmann
Unter der Nummer 51 war die Bäckerei Karl Beckers. Es gibt eine Annonce von 1975. Genaue Angaben zur Betriebsdauer sind leider nicht bekannt.
Unter der Nummer 46 wurde 1950 das Friseurgeschäft Josef Kloth aufgeführt.
Gegenüber in der Nummer 40 war die Gärtnerei Hubert Krumbach mit ihren großen Anbaufeldern.

ehemaliger Pflanzen- und Blumenladen Krumbach, Klinkheide, Foto: E. Hallmann
Hierzu gibt es Annoncen von 1975, 1985 und 1987. Hubert Krumbach warb als Gartenbauunternehmen für seine Topf- und stets frischen Schnittblumen, „Moderne Floristik“ zu allen Anlässen und moderne Binderei an Gestecken und Kränzen.
Den Kohlscheidern und Klinkheidern war Hubert Krumbach der Gärtner mit den „besten“ Gemüsepflänzchen.
Nach der Geschäftsaufgabe wurde für das Gelände ein Bebauungsplan erstellt. Es entstand eine neue Siedlung mit der Straße „Am Holzer Weg“. (die alte Bezeichnung für den Weg zwischen Holzerstraße und Schulstraße)
In Haus 30 war die Schneiderei Wilhelm Kever
Am Anfang der Holzerstraße sind das Bauunternehmen und die Glaserei von Hensen.

Bauunternehmen und Glaserei Hensen, Foto: E Hallmann


Frieseursalon Haarmonie; Foto: E. Hallmann
Damit sind wir mit dem Rundgang am Ende. Gehen Sie selbst einmal diesen Weg in Klinkheide ab. Sie wissen ja jetzt, dass es viel zu erinnern gibt.
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