Pfarrheim Südstraße 11; Treffpunkt und Wohlfühlhaus



Für diesen Bericht haben mehrere Geschichtsfreunde interessante Hinweise, Aufschreibungen, Erzählungen und Fotos geliefert und gesucht.

Suche nach Zeitzeugen, Feinrecherche und Verfasser des Berichts: Erich Hallmann (EH)

Ein Wort zu den Fotos - sie haben allesamt lediglich dokumentarischen Wert. Sie entstammen, soweit nicht anders angegeben, aus den Sammlungen der jeweils genannten Zeitzeugen, des Heimatvereins Kohlscheid, des Pfarrarchivs, von E. Hallmann oder werden mit Zustimmung der Urheber verwandt. Sollten wir versehentlich Rechte Dritter an einem Bild übersehen haben, bitten wir um Nachsicht. Bitte setzen Sie sich dann mit uns über „Kontakte“ in Verbindung.

Was bedeutete das Kohlscheider Pfarrheim?

Einleitung

Die Möglichkeiten sich zu treffen oder einfach zusammen zu kommen haben sich heute erheblich geändert. In den Zeiten ohne social media gab es neben den vielen Vereinen und Freundeskreisen, die sich in Gaststätten, Turnhallen und auf Sportplätzen trafen, auch noch die Pfarren. Die stellten neben den Gottesdiensten viele Angebote für viele Menschen parat.

So bot die Pfarre St. Katharina das Pfarrheim (Jugendheim) für Freizeitaktivitäten und Beschäftigungen an.

Zu allen Angeboten konnte jeder ohne Mitgliedschaft in einer Kirche an den Öffnungszeiten kommen. Und diese Angebote wurden tagaus, tagein stark genutzt.

Die Geistlichen und viele Ehrenamtliche erledigten die Arbeiten. Das Pfarrheim war ein wichtiges Werkzeug für die Pfarre.

Das Pfarrheim Südstraße 11 war Treffpunkt und Wohlfühlhaus.

Im Bericht über die Tennisjugend des Casinos wurde bei uns bereits eine Art der Freizeitgestaltung beschrieben. Um während der neuen Zeit, also nach 1945, in eine neue Gesellschaft hinein zu wachsen, hatten die anderen Kinder und Jugendlichen neben der Schule die Vereine. Einige waren Mitglieder in einem Sportverein und oder in einer kirchlichen Gemeinschaft. Für die meisten Jugendlichen in Kohlscheid war das Pfarrheim in der Südstraße 11 der zentrale Treffpunkt.

Gemeinsam hatten alle Jugendlichen ohne Bindung an eine Konfession diesen „großen Hafen“ als eine Anlaufstelle. Darüber wird an dieser Stelle berichtet.

Von Beginn an bis heute:

Bereits Ende der 19. Jahrhunderts lag die Hauptarbeit der Geistlichkeit der Pfarre nicht mehr nur auf Messfeiern, Andachten und Beerdigungen. Die Arbeit mit und an den Gläubigen wurde immer wichtiger. Für die Heranwachsenden gab es Interessengruppen unter den verschiedensten Namen.

Zur  Arbeit mit den Gruppen musste man sich treffen können. Die notwendigen Räumlichkeiten stellte das Gastgewerbe zur Verfügung. Die Verantwortlichen der Pfarre sahen aber bald die Gefahr der Ablenkung und Hinwendung zu anderen Interessen, wenn sie indirekt den Heranwachsenden auch das Leben in den Gaststätten zeigten.

So baute die Pfarre bereits 1926 eine Baracke hinter der Kirche als Jugendheim. In diesem einfachen Bau trafen sich anfangs der Jünglingsverein und das „Elmar Orchester“.

Altes Kinderheim auf dem Gelände des neuen Kindergartens; Foto aus Band III Spuren, J Aretz, Seite 310

Die Pfarre St. Katharina kaufte 1930 das Haus Südstraße 11 als Pfarrheim und baut es zu einem Pfarr- und Jugendheim mit 3 Sälen und 2 größeren Räumen um. 1931 wurde das Pfarrheim feierlich eingeweiht.

1977 zog das Jugend- Pfarrheim in das neben der Kirche neu errichtete Haus. Heute 2026, spielt das Haus für die Pfarre immer noch eine wichtige Rolle.


Das Haus Südstraße 11

Das Haus Südstraße 11 wurde ursprünglich von Eduard Amkreutz 1920 als Schreinerwerkstatt zur Herstellung von Möbeln gebaut. Felix Amkreutz wollte dort die Möbel verkaufen

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Die folgenden Fotos sind aus dem Film "Kohlscheid 1959" von Fotograf Eihmer, © Karl Schlebusch

Der Eingang zum Pfarrheim war das große Eisentor (Mitte); Das Foto ist aus dem Film "Kohlscheid 1959" von Fotograf Eihmer, © Dr. Karl Schlebusch

Der Eingang zum Pfarrheim war das große Eisentor, Im linken Fenster sind unten am Rand von der Bücherei ausgestellte Bücher zu sehen;

Scene aus Film von H. Eihmer, 1958, (C): Dr. Karl Schlebusch

Das Haus lag zwischen rechts dem Geschäft Werry, nachher Tabakwarengeschäft Kraut, und links Kolonialwarenhandel Kerff, ziemlich oben in der Südstraße, ein paar Schritte vom Markt entfernt.

Die Zeitung Juli 1966 berichtet:

"der Spielraum im Pfarrheim wurde renoviert. Der Raum wurde nun teilweise an den Wänden mit Holz verkleidet. Öffnungszeiten sind: Mi 19 bis 21:30h, Sa 17 bis 21:30h

1970 wurden zum Garten hin zwei Räume angebaut.

Die Bausubstanz des Hauses wurde jedoch immer schlechter, alle Maßnahmen reichten nicht aus.

1978 wird die Immobilie von der Pfarre nicht mehr genutzt. 1977 wurde nämlich auf dem Markt hinter dem Pfarrhaus ein neues Jugendheim gebaut.

1979 wurden Haus und Grundstück verkauft und 1984 vom Käufer nochmals umgebaut, dann aber 1991 abgerissen.

Heute sind Wohnungen unter Hausnummer 11 und bis ca. 2024 war ein "Kick" Laden zu finden.


Beschreibung der Räume

An der Straßenseite vorne am Eingang hatte Organist Havenith seine Wohnung, daneben Familie Körfer, nachher war dort die Pfarrbücherei.
Daneben war das große eiserne Tor zum überdachten Quergang, also dem Durchgang zum Anbau.
Die Familie von Gerd Schiffler wohnte auf der ersten Etage an der Straßenseite.
Gerd beschreibt den öffentlichen Teil des Hauses sehr anschaulich und komplett:

„Außen war das große, schließbare Eisentor. Der Hausmeister Körver öffnete zu festen Zeiten. Der Durchgang unter dem Wohnhaus führte in den kleinen offenen Hof, weiter in den überdachten Vorhof vor den Räumen des Heims. Am Ende dieses Vorhofs war eine Türe nach draußen zum Garten.

Der Garten ging bis zur Gärtnerei Dautzenberg. Wenn man nach rechts blickte, konnte man die Möbelfabrik Ernst sehen. Und der Milchhändler Handels, der neben der Bäckerei Frohn war, hatte hier die Wiese für sein Pferd.
In diesen überdachten Vorhof konnten auch Tischtennis Platten aufgebaut werden. Es gab zwei Türen: erste links war der Eingang zu den Werkräumen der TOT = teiloffene Tür (Holz, Mosaik etc.). Durch die zweite Tür links ging es gerade zur Treppe hinauf zur ersten Etage und rechts war die Türe zum Saal im Erdgeschoß.

In diesem Saal standen Kicker, Billard und TT Platten. Am Ende des Saals war eine höher gebaute Bühne. Sie diente dem Aufbau der Puppenbühne und ggf. für Theateraufführungen. Auf der rechten Seite hing ein Schallplattenautomat.


Am Ende der Bühne links war ein Abgang ca. 5 Stufen zu dem Anbau, der in den 60er Jahren gebaut wurde. Auf der ersten Etage waren links der Raum für die Pfadfinder und rechts der große Saal für den Kirchenchor und auch für Filmvorführungen.
Die Toiletten waren vom überbauten Gang, also vom Hof aus durch die Türe in Richtung Garten auf der rechten Seite.“

Foto: Josef Fleu

Das Foto zeigt einen Teil des großen überdachten Vorhofs, Blickrichtung Südstraße.

An der Wand lehnen die Einzelteile einer Bühne des Puppentheaters.
Geschehnisse  während der Nazizeit

Die wechselvolle Bedeutung und Verwendung des Hauses während der Nazizeit.

Zitat aus Buch Straßenspiegel (Herausgeber Heimatverein Kohlscheid, 1988:

„1930 kauft die Pfarrgemeinde St. Katharina die ehemalige Möbelfa­brik Eduard Amkreutz (Südstr. 11) und richtet in den Werkstätten ihr Jugendheim ein. In den drei Sälchen und den beiden „Vereinszimmern“ finden die kirchlichen Vereine ihr lang vermisstes Zuhause.

Im neuen Heim entwickelt sich bald reges Leben, das jedoch schon kurz nach der Machtübernahme durch die Natio­nalsozialisten zuerst behindert, dann verboten wird.

Auch die Borromäus-Bücherei hat hier nach 1938, bis zur Beschlagnahme und zum Abtransport ihrer Bücher in den Keller des Rathauses, sowie ab Herbst 1945 ihr Domizil.

Nachdem in den Schulen kein Religionsunterricht mehr erteilt werden darf, werden die Schulkinder von den Geistlichen u.a. im Jugendheim unterrichtet.

1939 dient das Jugendheim Westwallarbeitern und deutschen Soldaten als Unterkunft, 1944 ist es für die Unterbringung von Schanzarbeitern und deutschem Militär beschlagnahmt.

Doch schon im August 1945 sind die schwersten Kriegsschäden notdürftig behoben; zum Ende des Sommers beginnt hier wieder die Arbeit der kirchlichen Organisationen. Die Pfarrbücherei zieht Anfang der 50er Jahre in das Vorderhaus um. Wohnräume werden für die sich ausweitende Jugendarbeit zur Verfügung gestellt.“

Einen Eindruck zum Zeitgeist und entsprechenden Geschehen Anfang 1933, bringt Josef Gasten in seinem Buch St. Katharina / Kohlscheid 1989. Er zitiert den Bericht von Kaplan Voß:

Bericht über das Eindringen von Nationalsozialisten in das katholische Pfarrheim Kohlscheid
„Kohlscheid den 7 März 1933

Am Sonntag, dem 26.2.1933 befand Unterzeichneter sich gerade mit etwa fünf Mitgliedern des Katholischen Gesellenvereins im zweiten Zimmer des Pfarrheims, etwa gegen 10 Uhr morgens, als ein Herr Handels mit zwei Jungen zu uns hereinkam, die eine Aktentasche mit Flugzetteln der Zentrumspartei trugen, welche einige Nationalsozialisten den Jungen auf der Straße hatten abnehmen wollen. Dasselbe war durch den Herrn Handels verhindert worden. Mitdem kamen etwa 8 bis 10 Nationalsozialisten in  SS- und SA- Uniform in das Heim herein. Ich stellte mich Ihnen an der Tür des Zimmers entgegen und befragte sie nach ihrem Ansinnen. Auf ihre Erklärung, sie suchten verbotene Flugblätter. wies ich sie darauf hin, dass sie das gar nichts anginge, sie hätten keine Berechtigung, in das Pfarrheim einzudringen. Nach längerem Wortwechsel und mehrfacher Aufforderung, das Terrain zu verlassen, zogen sie  schließlich drohend davon. Ich machte sogleich den Pfarrstellvertreter auf den Vorfall aufmerksam, der daraufhin bei dem Führer der NSDAP Gibbels Beschwerde erhob. Nach der 11 Uhr Messe wurde ich von diesem Führer um Angabe der Namen der Eindringlinge gebeten. Ich bin daraufhin mit ihm zum Pfarrheim gegangen, wo ihm die noch anwesenden Gesellen die Namen von zwei ortsansässigen NSDAP Mitgliedern angeben konnten. Am Abend lief ein Schreiben des Führers ein, worin zu behaupten versucht wurde, es seien Ortsfremde gewesen, die sogleich bei Erfahren der Tatsache, dass sie sich auf kirchlichem Grundstück befänden, das Heim verlassen hätten. Wie bereits oben mitgeteilt, entspricht das nicht den Tatsachen. Otto Voß Kpl.“
Was passierte während der Kriegszeit?

Zu dieser Zeit konnten nach großen Anstrengungen leider keine Informationen gefunden werden. Wer weiß noch etwas aus der Zeit 1939 bis 1944 passend zum Pfarrheim? Bitte unter Kontakt melden. Danke


30 Jahre wertvoller Dienst

Im Oktober 1963 erscheint in der AVZ ein bemerkenswerter Artikel. Der Verfasser ist leider unbekannt.

„Ehemalige“ gaben die Impulse Die „Ehemaligen“ waren es, die in Kohlscheid bereits vor vielen Jahren die Impulse zu einer segensreichen Arbeit an der heranwachsenden Jugend gaben.

An diese Tradition der Katholischen Jugendbewegung konnte schon bald nach Beendigung des zweiten Weltkrieges angeknüpft werden. Es ist ein Verdienst der „Ehemaligen“, die, heimgekehrt aus dem Krieg, bald wieder junge Menschen um sich scharen. So konnte schnell ein neues Jugendleben beginnen.

Zu jener Zeit, als der Bund der Katholischen Jugend in Deutschland sich erst, neu konstituierte, war in Kohlscheid bereits ein reges Jugendleben festzustellen. Stellvertretend für alle, die damals in schwerer Zeit die Jugend neu versammelten, möge der Namen eines Mannes genannt werden, der durch seine unermüdliche Tatkraft und durch sein lobenswertes Handeln für immer ein Vorbild der Jugend sein wird: Josef Contzen. Mit ihm starb, viel zu früh, einer der Besten.“

Wer hat ein Bild von Josef Contzen und Informationen zu seinem Wirken? Bitte unter Kontakte melden. Danke

In der Zusammenarbeit der „Ehemaligen“ und der Pfarrgeistlichen lag der Schlüssel für eine segensreiche Arbeit in Kohlscheid.

In den Aufbaujahren kam dem Hausmeister eine führende und ordnende Rolle zu.

Als erster Hausmeister war Gerhard Herrny tätig.

Der Hausmeister seit 1948 war Arnold Körver. Er war ein wahrer Glücksgriff. Seine gutmütige, ruhige Art kam bei den Kindern und Jugendlichen an. Diskussionen gab es nicht. Es wurde getan, was er sagte. Aber er sagte halt eben immer das Richtige, nämlich das was man auch annehmen konnte. Er hatte den Anschein eines vertrauten Verwandten. Und so war dann auch sein Spitznamen „et Nöncksje“, der Onkel

1967 wurde Arnold Körver dann von Herrn Pütz abgelöst. 


Das Haus war Herberge für Viele:

Pfarrbücherei,

Sport  - DJK Tischtennis,  

Jugendgruppen kirchlichen Charakters  - DJK, Pfadfinder, Jungschar KJG, CAJ,

 Kirchenchor,

TOT =Teil Offene Tür - Spiele, Werkgruppen, Einzelveranstaltungen,

Puppenbühne


Pfarrbücherei

Aus der Festschrift „175 Jahre Pfarre St. Katharina 1979“:

„Bereits 1862 wurde eine Bücherei nach den Regeln des Borromäums-Vereins  gegründet. Der Standort ist unbekannt. Nach Ankauf des Jugendheimes an der Südstraße im Jahre 1930 verlegte die Bücherei ihren Sitz dorthin. In der NS Zeit wurde die Bücherei, die ein großes Leserpublikum ansprach zwangsweise geschlossen. Sie war den Nazis ein Dorn im Auge. Eine gemeindeeigene Bücherei wurde in einem Geschäftslokal am Ehrenmal eröffnet. Die Bücher des Borromäus Vereins lagerten unter Verschluss im Keller des Rathauses an der Kaiserstraße. Sofort nach Kriegsende wurden die Bestände wieder im Jugendheim der Pfarrgemeinde zugänglich gemacht. Die Bücherei bediente wiederum eine überaus große Lesergemeinde. Nach der Währungsreform begann man unter Einsatz beträchtlicher Mittel den zum Teil antiquierten Bestand gegen moderne Literatur, vor allem auch Jugendliteratur auszutauschen.

Bald darauf wurde die Bücherei aus dem Gebäude des Jugendheims nach vorne in das ehemalige Geschäftslokal Südstraße 11 geholt. Hier erhielt sie einen ansprechenden Raum, der sich aber bald als zu klein erwies. Der schlechte Zustand des Gebäudes ließ eine geplante Erweiterung der Bücherei auf drei Räume nicht mehr zu. Unter den räumlich schwierigsten Verhältnissen musste noch jahrelang die Arbeit fortgesetzt werden, bis am 1 November 1978 die Bücherei in der Weststraße neue Räume erhielt, die nun einen weiteren Ausbau des Bestandes möglich machen“.

Josef Fleu erinnert:

 „Im Pfarrheim gab es eine Jugendbücherei mit entsprechenden Büchern, z.B. Karl May. Sonntagmorgens war die Ausleihe. Gemanagt wurde das von den Pfarrjugendführern, wie Werner Mohren,  Paul-Josef Mohr und weiteren.“

Von der Gründung der Bücherei bis zur Schließung durch die nationalsozialistischen Behörden betrieben vor allem die Lehrerinnen unserer Schulen die Büchereiarbeit. Nach dem Kriege waren als Leiter die Lehrer Leo Ortmanns, Werner Mohren, Josef Aretz und Heinz Flach tätig.

In den 80er Jahren war Frau A. Permantier gemeinsamem mit ihren sechs Mitarbeiterinnen für die Arbeit in der Bücherei verantwortlich.

Heute wird die Pfarrbücherei im Katharinahaus unter der Leitung von Marie-Luise Huppertz mit ihren Mitstreiterinnen geführt.

Und heute wie damals sind die Kinder und die Jugendlichen, selbstverständlich ohne Ansehen der Konfession, eine ganz große und wichtige Zielgruppe.



Jugendorganisationen der Kirche   

 

Die Mitglieder der kirchenverbundenen Organisationen brauchten jeweils ihre eigenen Gruppenräume zum Treffen, zum Lagern von Materialien und letztendlich zur Identifikation.

Zu den einzelnen Einheiten gibt es hier einige Erläuterungen und Erinnerungen.



DJK

Paul Pfeiffer berichtet:

„Alle katholischen Vereine, so auch die DJK, wurden nach 1933 von den Nazis verboten. Damals waren in der DJK eine starke Turnergruppe und eine über Kohlscheid hinaus bekannte Laienspielschar.

1952 habe ich die DJK zusammen mit Jupp Schaffrath dem Frisör aus der Südstraße, der kam spät aus Gefangenschaft und dem Jupp Ortmanns und einigen mehr neu gegründet. Der Name Elmar von vor dem Krieg wurde beibehalten.

Anfänglich wurde Fußball gespielt.  Wir hatten Kontakte zu den Holländern hier hinter der Grenze und da fuhren wir mit dem Fahrrad hin und es wurde Fußball gespielt. Es gab in Kohlscheid zwei Fußballvereine und die CAJ hatte auch eine Fußballabteilung. Und so ergab sich, dass wir gegen die Fußballclubs und gegen die CAJ gespielt haben.

In Aachen gab es einen namens Fischer, der war wieder aktiv in Sachen DJK. Er hatte uns geraten, da es in Kohlscheid schon zwei Fußballvereine gab, uns doch wieder auf Sportarten wie Leichtathletik zu konzentrieren, die noch nicht angeboten wurden.

Unmittelbar nach Eröffnung des Pfarrheims wurde der überdachte Vorhof als günstiger Platz zum Tischtennis spielen entdeckt.

Im Pfarrheim war die Möglichkeit, im Vorhof Tischtennisplatten auf zu bauen. Im Pfarrheim trafen wir uns auch um die die notwendigen Dinge zu besprechen. So entstand sehr früh die Tischtennisabteilung.

Gleichzeitig wurde eine Laienspielschar gegründet, die wieder schnell sehr erfolgreich war.

Wir haben Theater gespielt, zuerst im Pfarrheim und nachher in der Turnhalle. In vorderster Front standen Willi Seidel und Jupp Schaffrath als Maskenbildner und Friseur.“

Erich Pelzer berichtet:

„Der Tischtennisbetrieb lief mit alten Spielern, wie Leo Ahn und auch jungen Spielern, wie Bernd Pütz mit vollem Eifer an. Viele der Altgedienten trainierten mit den Jugendlichen und den Kindern gemeinsam. Sie stellten sich mit den Kleinen an die Platte und zeigten ihnen die verschiedenen Schläge und so weiter. Das war für die Kleinen natürlich sehr gut. Erste Erfolge stellten sich ein, erste Talente wurden gefunden. Schnell gab es auch eine Tischtennis - Mädchenabteilung.

Und so wurden auch früh schon Tischtennis Meisterschaften ausgetragen.

Um den Platz nach dem Training nicht zu belegen, musste alles abgebaut und verstaut werden.  Die Spielplatten waren einzelne Holzplatten, die auf Böcke gelegt wurden. Unten drunter wurde das Ganze mit Klammern zusammengehalten. Auf- und Abbau wurden natürlich gemeinsam gemacht.“

Das Pfarrheim spielte aber auch eine wesentliche Rolle für die übrigen Sportler der DJK.  Hier wurden die legendären Elternabende abgehalten.

Die gezeigte Einladung lässt ahnen, wieviel Vorbereitungs- und Abstimmungsarbeit nötig waren. Und dann die Proben und technischen Vorbereitungen -  alles sollte Spaß machen – den Eltern und viel wichtiger, den Kindern. (Die Begeisterung war heute bei meinen Recherchen noch zu spüren.)

Karl Schaffrath:

„Beim Stichwort Pfarrheim denke ich sofort an Tischtennis, Kicker, Tanzen, Treffpunkt für die Jungschar, Schreinerarbeiten und meinen Bühnenauftritt bei der DJK.

Ich war vielleicht 8 oder 9 Jahre alt, „ Diener zweier Herrn“ hieß das Stück. In dem Schreinerraum war die Umkleide. Ich war ein Mohr und wurde im Gesicht schwarz gemacht. Nach der Aufführung wurde sich in einer Bütt in dem Schreinerraum gewaschen. Denn ich musste noch ein Gedicht aufsagen. Ich stand alleine auf der Bühne hinter dem geschlossenen Vorhang. Der Vorhang wurde weggezogen und ich war dran. Hinter mir war aber der Leo Ahn als Souffleur. Alles ging gut.“

Programm einer Abendfeier Dezember 1956



Pfadfinder

Deutsche Pfadfinderschaft

Sankt Georg

Aus der Chronik von Werner Knurren -- Stamm Kohlscheid I   1929—1979:
„1933; Es nehmen noch ca. 3o Jungen in Kluft an der Feier zum 1. Mai teil!
1934; Es wird von den Behörden verboten, bestimmte Teile der Pfadfinderkluft zu tragen. Im Sommer fährt der Stamm zur Ausstellung des Heiligen Rocks nach Trier. Im Oktober wird das letzte Gaulager in Herzogenrath durchgeführt. Trotz Schwierigkeiten mit den Vertretern der neuen Machthaber im öffentlichen Leben und der Verwaltung, ebenso mit einem neuen staatlichen Jugendverband, der HJ, wird die Arbeit im Stamm emsig vorangetrieben. Vor allem wird die Arbeit während der Heimabende intensiviert und gestrafft.“
Diese Heimabende fanden in der „Baracke“ hinter der Kirche statt. Dort bereitete man sich auf die kommenden, harten Auseinandersetzungen vor. In dieser Zeit formten auch die Jugendseelsorger in vielen Gesprächen und Bibelabenden die jungen Männer im Glauben und Einsatz für den Kampf gegen Einschnürung und Verblendung durch die NS-Machthaber.
1945; Nach dem Krieg wird der Stamm Kohlscheid unter dem Namen "Gemeinschaft St. Georg" neu gegründet. Das Führen dieses Gruppennamens gestattet die Militärregierung allerdings erst später. Die Initiatoren der Neugründung sind Hubert Herrny und Franz Lejeune. Die ersten Treffen werden in Klinkheide in der Wohnung der Eltern von Matthieu Frohn abgehalten. Im November wird ein Kellerraum des Pfarrheims bezogen. Er bleibt Sippenraum bis nach 1948. Danach wird unter Leitung von Heinz Ortmanns und Fritz Velten der Pfadfinderraum im Pfarrheim auf der 1. Etage links eingerichtet, nachdem Jean Hollands den Raum mit Bimsdielen unterteilt und so aus dem Sälchen zwei Räume hergerichtet hat.
Hier wurden Ideen entwickelt, Pläne geschmiedet.


Jungschar, KJG

In den ersten Jahren nach dem Krieg gab es eine verwirrende Namensfindung für die organisierten Jungen und Mädchen.
Beginnen wir mit den Meßdienern (damals nur Jungen) Sie trafen sich für Absprachen und Proben in der Sakristei und der Kirche.
Um die älteren Meßdiener an die Kirche zu binden, gab es die „Jungschar“. Mehrere Gruppen hatten sich gefunden. Don Bosco,  St. Michael, Gralsritter
Aretz Spuren: 1950    Wegen des großen Erfolgs wiederholen die Jungschargruppen Don Bosco und St. Michael ihren Elternabend im Pfarrheim an der Südstraße.
Der Name Jungschar wurde abgelöst durch KJG für Jungen und KFG  für  Mädchen. Zuletzt auf Bundesebene:  KJG für Katholische junge Gemeinde.
Die Mädchen und Jungengruppe der KJG hatten ihren Raum im Pfarrheim.
Wer hat Geschichten ???

Wer weiß wo der Raum war und wer hat Geschichten ???    Bitte melden



CAJ Christliche Arbeitnehmerjugend

Kardinal Joseph Cardijn

 
Kardinal Joseph Cardijn hat in den 1920er Jahren in den Slums von Brüssel angefangen, die Jugendlichen Arbeiter zusammen zu sammeln und zu versammeln.
Die Bilder der Arbeiterinnen und Arbeiter, die in langen Reihen in die Fabriken ziehen, prägen sich dem jungen Joseph ein. Viele Kinder sind darunter, die arbeiten müssen, statt zur Schule zu gehen. Sein Vater nimmt ihn mit auf Versammlungen, in denen die sozialen Fragen der Zeit thematisiert werden. Auch zu Hause sprechen seine Eltern über die tristen Arbeitsbedingungen für Arbeiter. All das lässt in Joseph die Entscheidung reifen, Priester zu werden

Paul Pfeiffer:

„Die CAJ war zuerst eine freie Gruppe in Kämpchen; in Kohlscheid war damals die CAJ nicht. Es gab die Idee: Wir machen eine Fußballmannschaft mit dem Aufdruck auf dem Trikot:  CAJ : Mitspieler sollten unter anderen sein: Kornel Sistemich, der Mann von Ida Sistemich Erwin Ensch, Josef Bücken.  

Erich Pelzer:

erste Genration:

Anfang der 50er Jahre wurde dann eine offizielle Gruppe der CAJ gegründet. Dabei waren Heinz Preuß, Paul Pfeiffer, Josef Pelzer und andere, die uns heute nicht mehr namentlich bekannt sind.

Im weiteren Verlauf  orientierte sich die Gruppe nach Kohlscheid hin; dort gab es einen Gruppenraum im Pfarrheim.

Beim Bistum Aachen war ein Büro für die CAJ.  Josef Schümmer aus Würselen, später Landtagsabgeordneter, war erster Vertreter der CAJ Deutschland. Das zeigt, wie stark die CAJ in unserem Raum war.

Damals waren in Kohlscheid bereits 20 Mitglieder.

zweite –Generation:

Hier sind als Hauptakteure zu nennen: Heinz Brülls und Franz Josef Crumbach,  Hans Josef Leclair, Rainer Bock, Katchi Kall, Jürgen Herbst, Alfred Schüller, Manfred Michiels, Werner Vohn, Manfred Rüland, Hermann Holbeck  und Franz Jürgen Middeler.

Die Pfarre nahm Einfluss auf unser Tun und Handeln; es war christlich geprägt. 

Wir arbeiteten aber auch nach dem Zeitgeist.  Nach umfangreichen Vorbereitungen

veranstalteten wir 1965 oder 1966  einmal geballt  in einer Woche mehrere Termine. Da ging es um die Ausbeutung von afrikanischen Staaten, denn was die Amerikaner dort machten, war nicht alles in Ordnung.

Wir waren also politisch aktiv und standen dem Zeitgeschehen kritisch gegenüber.  

Alle Termine fanden im Jugendheim in der Südstraße statt, in dem Raum wo die TT Platte stand.

Der Zweck war:  Information und Bewusstmachen für Ungerechtigkeiten und entsprechend auch schon genauem  Hinschauen.

Dazu wurde auch eine Broschüre gemacht.

Höhepunkt war eine  Diskussionsrunde. Eingeladen waren alle Kohlscheider.

Im Publikum gab es alle politischen Ansichten und Richtungen. Alle Schichten  - vom Arbeiter bis zum Unternehmer,  sämtliche Konfessionen  - warten vertreten.

Als Refernet und Mitdiskutierer  war auch der Kommunist Fritz Wienands gekommen.

Das wurde von der Pfarre toleriert.

Wir, die CAJ haben alle aufgenommen, die kamen. Z.B. och de Witzjere us Klenkheij en us de Nissenhütten de Fickers.    auch einige als „Unruhestifter“ bekannte Burschen aus Klinkheide, die aber ganz verhalten ihre Meinung kundtaten.

1970 gab es das von der CAJ ausgegeben Motto:

Konflikte nicht vermeiden – Mitentscheiden

Wir waren damals also auf dem richtigen Weg.  

Der Kontakt zur Pfarre lief über die Kapläne Müller, Niessen und Tassler. Sie ermunterten uns, solche Aktionen zu machen.

Unter Kaplan Tassler gab es ähnlich, wie die Afrika Woche uns eine Aktionswoche zu Vietnam.

Die dritte Generation

Hier sind die Namen zu nennen: Rudi Esser, Herrmann Kuckelkorn, Heinz Fohn, Herbert Paffen.

Im Pfarrheim war die Zentrale bis 1968, danach im Katharinahaus.

Nachdem im Pfarrheim die ersten Tanzabende sehr guten Anklang fanden, gab die Pfarre das Katharinahaus (vormals Gaststätte Birken) für den Tanzabend frei. Jeden Samstag gab es die Disco ab 19:00h. Für den Disc Jockey gab es eigenes „Gehäuse“, das heute als seltsam erscheinen würde, damals aber sehr gut angenommen wurde. Nach und nach wuchs eine letztlich stattliche Plattensammlung.

Immer mehr Besucher kamen auch aus anderen Ortsteilen. Als sehr angenehm wurde empfunden, dass kein Erwachsener als Aufsicht da war – Ausnahme der Wirt Hubert Römer. Diese Veranstaltung der CAJ lief von 19???   bis ????  Das war ein großer Erfolg für uns Jugendliche in Kohlscheid.

 Als legendär gelten auch  die Rallys. Jeweils am 1. Mai der Jahre 19 ??  bis ??? wurden ca. 50 km im Raum um Kohlscheid gefahren. Dabei gab es viele Zielpunkte mit Aufgaben oder Stempelnachweis. Organsiert wurde alles von Heinz Fohn und Rudi Esser. ? mal wurde gefahren? Natürlich gab es abends eine entsprechende Siegehrung und Maidisco.

(Wir suchen Geschichten und Bilder von Tanzabenden und Rallys. Wer kann helfen? Bitte melden)

Nun kommen wir zu einem weiteren großen Erfolg der CAJ. Auch hierfür gilt das Pfarrheim als „Geburtsstätte“.

Rudi Esser stellte eine Fußballmannschaft aus neuen und vorhandenen Mitgliedern zusammen.

Gespielt wurde unter dem Namen CAJ Kohlscheid in der Gruppe der Theken Mannschaften im Raum Aachen. Dabei waren auch die CAJ Mannschaften der umliegenden Orte.

Rudi Esser hatte die notwendigen Verbindungen und sorgte für einen unkomplizierten Ablauf der Spiele; von der Terminvorbereitung bis zum anschließenden Beisammensein, meistens  mit den Spielern der gegnerischen Mannschaft.

Heimspiele und Training durften im Stadion der Gemeinde an der Oststraße stattfinden.

So entstanden Freundschaften  und viele Geschichten. Außerdem - die CAJ spielte erfolgreichen Fußball, das alles mit dem auch Trainer Rudi Esser.

Als gute Seele und Betreuer der Mannschaft ist hier Peter Augenbraun zu nennen. Er war als Betreuer bei jedem Spiel, und natürlich bei jeder Feier dabei.

CAJ Fußball Mannschaft, Foto: Sammlung Christoph Heins

Dieses Foto zeigt die Mannschaft von 19??  Von r nach l: vorne Norbert Zillekens, Gerd Heins, ?, ?, ?, hinten ?, Bruno Simons, ?, ?, Franz Josef Grouls, Michael Heins, Christoph Heins, Rudi Esser, Peter Augenbraun, ?


Kirchenchor

Der Kirchenchor wurde 1859 gegründet. Wo damals geprobt wurde, haben wir leider nicht gefunden. Ebenso wissen wir nicht, seit wann der Chor im Pfarrheim probte. In den 1950er Jahren war die Probe mittwochs im großen Saal auf der ersten Etage. Dort stand auch das Klavier. 1984 hatte der Chor 102 Sängerinnen und Sänger. Es kamen nicht immer alle zur Probe; trotzdem knarrte der Holzfußboden ständig.

(Wer hat Informationen oder Geschichten zu Proben des Kirchenchors im Jugendheim? Wir wissen, dass in einigen Jahren ein Fotograf Aufnahmen von den Proben im Pfarrheim gemacht haben. Wer hat solche Aufnahmen.?)

Grab Friedhof Bank; Foto: E Hallmann

Grab Friedhof Bank; Foto: E Hallmann


TOT Teil-Offene-Tür

Sinn und Zweck

Nun kommen wir zum erfolgreichsten Zweck des Pfarrheims.

Alle Kinder ab einem gewissen Alter und Jugendliche konnten ins Pfarrheim kommen.

-Mädchen und Jungen

-katholische und nicht katholische

-Kohlscheider und nicht Kohlscheider

-sportliche und nicht sportliche

-Mitglieder einer katholischen Gruppe auch außerhalb der Gruppenzeiten

-„Neulinge“, die Anschluss, also Freunde suchten

Der im Volksmund gebrauchte Name „ Jugendheim“ traf den Nagel auf den Kopf.

Aufgabe und Ziel einer Teil-Offenen-Tür waren und sind, Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren, die keiner festen Gruppe angehören, an bestimmten Wochentagen Gelegenheit zu geben, in den Räumen der TOT des Jugendheimes im Kreise Gleichaltriger sinnvoll die Freizeit zu gestalten.

 

Der Anfang

Aus der Festschrift „175 Jahre Pfarre St. Katharina 1979“:

„Am 16 Oktober 1957 trat ein Arbeitskreis mit Herrn Kaplan Müllers zusammen, um eine Teil-offene-Tür für Jugendliche vorzubereiten. Schon am 11 Januar 1958 konnte sie im damaligen Pfarrheim an der Südstraße eröffnet werden. Zeitweise standen 35 Helferinnen und Helfer zum Dienst an der nicht organisierten Jugend zur Verfügung.“



Die Angebote 

Im Pfarrbrief 1958 wird angekündigt: 

„Samstag, den 11. und Sonntag, den 12. Januar ist erstmalig unser Pfarrheim von 17 bis 22 Uhr offen.

Zum Anfang war der große Saal mit Tischtennis, einem amerikanischen Golfbillard, und Kicker geöffnet.

Für Brettspiele, Fernseh-Programm und Sonstiges standen drei weitere Räume

 zur Verfügung.
1. Ein Lesezimmer mit allen einschlägigen Jugendzeitschriften, dazu eine Wahl guter Bücher. In diesem Zimmer befinden sich auch die Schachspiele.
2. Das Spielzimmer. Hier stehen alle bekannten Unterhaltungsspiele zur Verfügung. Karten- und Quartettspiele, Mensch ärger dich nicht, Mühle, Dame etc.
3.. Im nächsten Zimmer steht ein Fernsehgerät, an dem ausgewählte gute und bildende Fernsehsendungen angeschaut werden können.“

Einige Zeit später dann waren die Öffnungszeiten für den großen Saal mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 22 Uhr.

Für den Spieletreff :  Mi 16:30  bis 21:30 und Sa, So 17:00 bis 21:30 Uhr



Fernsehen

Josef Fleu:

„Im hinteren Raum wurde auch Fernsehen geguckt. Was samstags oder sonntags abends laufen durfte, suchten die Herren Remy und Terhürne und ich als Pfarrjugendführer aus der Programmzeitschrift aus.

Die Jugendlichen schauten dann gemeinsam Fernsehen.“


Tischtennis, Kicker und Billard waren jahrelang der Renner.

Das Bild zeigt einen Kicker von 1968. Die Aussage eines Freundes:  „Ein  Schal kam ins Tor damit die Bällchen nicht wegliefen. Man musste dann nicht mehr bezahlen.“

Ich erinnere nicht ob und wieviel man zahlen musste.

Ein anderer Freund:  „ab 15 Jahren ging’s sonntags zum Kicker spielen, Tischtennis konnte man im Pfarrheim auf einer großen Platte spielen, zuhause nur auf dem Küchentisch.“

Im Saal hinten rechts hing eine Musikbox. Es lief vorzugweise: Oh Pretty Women von Roy Orbison mit dem berühmten RRRRR… https://www.youtube.com/watch?v=_PLq0_7k1jk )

„Spielangebote für die Jugendlichen“  titelte die Zeitung 1970

Das Bild aus Zeitung von 1970 zeigt den Raum mit Kicker und TT Platte, Foto: Archiv Heimatverein Kohlscheid



Werkgruppen

An einem Tag in der Woche trafen sich die Werkgruppen. Die TOT sah die glorreiche Aufgabe den Jugendlichen den Umgang mit verschiedenen Werkstoffen und Werkzeugen nahe zu bringen. Hier gab es viel Neues im Leben zu lernen. Das Erfolgserlebnis, selbst etwas zustande zu bringen und auch noch mit nach Hause zu nehmen um zu zeigen, brachte Stolz und Selbstvertrauen. Das Konzept der TOT ging auch hier auf.

Viele von uns Nachkriegskindern haben heute noch ein Bild, geklebt aus Mosaiksteinchen, oder die selbst geschnitzte Obstschale zu Hause.

E.H. meine Obstschale, heute noch in Gebrauch; Foto: E. Hallmann

Josef Rose, Wilhelm Maassen und Hubert Hollands brachten uns bei, wie man mit Holz umgeht, wie man bearbeiten kann und wie nicht, Was macht ein Hobel, ein Beitel, eine Säge?

Was wurde gemacht?  Wäscheständer, Hämmerchen zum Nüsse knacken, Obstschalen, Buchstützen …..

Es gab eine einfache Werkbank mit Vorrichtungen zum Einspannen von Werkstücken und Werkzeuge verschiedener Art.

Werner Mohren empfing montags die Interessierten für Elektroarbeiten und Radiobastler. Einer meiner Freunde schwärmte von dem selbstgebauten kleinen Transistorradio. 

Gottfried (Fritz) Velten scharte eine Gruppe von angehenden „Künstlern“ um sich. Auf dem großen Tisch lagen allerlei bunte Mosaiksteinchen.

Was wurde gemacht? Die Steine wurden in passende Größen geschlagen. Das Motiv wurde ausgesucht (oder von FV vorgeschlagen) eine Holzplatte wurde passend gesägt. Das Motiv wurde auf die Platte mit Pauspapier übertragen. Die Farben wurden festgelegt, die Steinchen wurden aufgeklebt.

 Die Kunst des Mosaiklegens besteht darin, aus zahlreichen kleinen Einzelteilen ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen. Wir entdeckten diese faszinierende Kunstform und durften experimentieren.

Am Ende des Kurses nahmen wir unsere einzigartigen Objekte mit nach Hause.

Ich selbst hatte einen Papagei und eine Silhouette von Kohlscheid. und noch zwei Bilder geklebt. Sie hingen viele Jahre bei uns im Treppenhaus. Leider sind alle verschollen.

J. Hammers hatte ein Fotolabor zur Verfügung. Er vermittelte viel Wissen zu  Fotografie und Arbeiten im Fotolabor. Alle erlebten die Verwandlung des Filmstreifens in der Fotodose mit Entwickler. Alle erstaunten beim Anblick des Werdens einer Fotografie auf dem Papier beim Belichten in der Dunkelkammer.

Herr Hammers verstand natürlich die Wirkungen von zu langen oder zu kurzen Zeiten beim Entwickeln und Belichten zu zeigen.

Uns so manch einer lernte auch eine Menge über Bildkomposition und Motivwahl kennen.


Pfarrheim als Vortrags- und Feierraum:

Die Zusatzprogramme

Unterhaltung,  Einzeltermine, Veranstaltungen, Kurse besonderer Art

Für Interessenten wurden auch Kurse und Schulungen angeboten, die immer sehr gut besucht wurden.

Christa Terhürne hatte die Themen: „ das Besonders für junge Damen“ wie „Basteln von Osterschmuck“, „Erste Hilfe – Notverbände“ und „Schönheitspflege“

 Peter Dürnholz hatte die Themen „Wir erwarten Gäste“, und „Festgerichte“

Blumenpflege, Modenschau, die schöne Kleidung, und Nähstunden waren mehrmals im Jahr im Angebot.

1967 gab es ein besonderes Angebot.-  Lehrgang unter der Leitung des Polizeiobermeisters Wynands für den Erwerb des Führerscheins Klasse IV.

Und 1970 gab es sogar Schwimmunterricht im Lehrschwimmbecken, Paulusstraße; J. Ortmanns und  J. Kohnen, Di 19 bis 21 h.

Dazu gab es an jedem Sonntag, wenn möglich, ein besonderes Programm:

Filmabende, Lichtbildervorträge, z.B.  über Lourdes, Tanzveranstaltungen, Abende klassischer und moderner Musik, Hörspiel, Vorträge, Diskussionen, z. B. 1950 über das "Mitbestimmungsrecht in der Wirt­schaft".

Gesprächsabende für junge Erwachsene

Ab 1967 gab es die Gesprächsabende für junge Erwachsene
Vorträge wie „Mischehe – Not und Chance“„Freisein und trotzdem beichten“ und ab 1970 brachte das Team für Bildungsarbeit der „Katholischer Jungen Gemeinde Kohlscheid“ zu Diskussionsabenden Themen wie:
„Hat die Bundeswehr eine Daseinsberechtigung?“ 
„Welche Stellung hat die Bild-Zeitung in der Bundesrepublik Deutschland?“
„Sinn oder Unsinn der linken Bewegung“.

Hochpolitisch ging es bei der Diskussionsfrage zu: „Ist die Bundesrepublik Deutschland eine Demokratie?“
Eine Lanze brechen für die ausländischen Gastarbeiter, möchte man mit der Veranstaltung: „Ausländische Arbeitnehmer — Abschaum der deutschen Wohlfahrtsgesellschaft“.
Mit zum Vortragsprogramm gehörten auch noch Vorträge über die aktuellen Suchtkrankheiten als eine Problematik der Flucht vor der Wirklichkeit, sowie über die Organverpflanzungen unter dem Motiv:
„Organverpflanzungen — Segen oder Anfang der totalen Vernichtung des Individuums“
Einem Vortrag „Interpretationen der 'Bibel“ folgen Diskussionsabende über die heutige Werbung, über „Wissenschaft oder Scharlatanerie“.
Ein weiterer Vortrag lautete: „Warum haben wir noch keinen Ku-Klux-Klan? (Rassismus in der BRD).“

Das Schülerproblem in Deutschland („Klassen kampf“).
„Pop-Musik, das Phänomen einer kranken Jugend?“ sowie eine Diskussion darüber, ob die Kommunen eine neue Lebensform bedeuten, leiteten schließlich über zu einer bedeutsamen Analyse über den „Aufbau eines Stars“, über die Hintergründe des internationalen Show-Geschäfts. 


Große Bibelausstellung 1966

Der Kaplan Niessen hatte den Jacob Kremer zu einem Vortrag oder zu einer Predigt geholt. Jacob Kremer stammte von Kremershof in Uersfeld. Der war nachher Professor für Neues Testament in Wien. Beide haben die Idee zu einer, Bibelausstellung verfolgt. Intention war unter anderem, dass die Leute wieder die Bibel lesen sollten.

Kaplan Niessen holte Bibeln aus vielen Quellen und Ländern. Darunter waren sehr wertvolle Stücke. Für sie wurden in der Holzwerkstatt eigens Kästen mit Glasabdeckung gefertigt. Tische und Erklärungstafeln wurden für eine ausgefeilte Präsentation vorbereitet. 

Der Gesamtwert der Bibeln überstieg bei Weitem den Wert für eine bezahlbare Versicherung. So gab es nur eine praktikable Maßnahme zur Sicherung. Tagsüber kamen die „Ehrenamtler der TOT als Aufsicht zum Einsatz. Zwischen 25 und 30 Jugendliche übernachteten im Pfarrheim in verschiedenen Räumen und damit waren die kostbaren Bibeln „überwacht“. Heute undenkbar - allein schon wegen des Ausleihvertrags und dann wegen der Unerfahrenheit des nächtlichen Wachpersonals. – Es waren andere Zeiten.

Aber auch zeigte sich hierbei bei den verantwortlichen Geistlichen und den TOT Leuten.bereits die Fähigkeiten zur Kunst ein Ziel zu erreichen.
(Kohlscheid sollte im Laufe der Zeit von dieser Fähigkeit in hohem Maße profitieren -Stichwort Ferienwerk)

Fazit - Wir alle kauften eine Bibel und ggf. entsprechende Bücher.

Eine andere Ausstellung in den 50er Jahren war auf der oberen Etage rechts eine Missionsausstellung es gab einen Bischof Kelleter.  Der war in Südafrika Bischof und stammte aus Bardenberg. Er war ein Verwandter von unserem langjährigen Küster Kelleter.



Tanztee

Josef Fleu:

„Anfang der 1960er Jahre gab es auch zwei oder drei Mal Tanzunterricht mit einem Lehrer aus Heinsberg. Der Abschlussball für den Tanzunterricht wurde immer bei Birken auf dem Markt im Sälchen gehalten.“

Tanzen – Eine Initiative von Gerd Schiffler

Eine freie Gruppe um Gerd Schiffler initiierte Tanznachmittage von 1967 bis 1971 im Pfarrheim. Das war die Tanz- Party für die Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren. (ab 18 war bei der CAJ im Katharinahaus)

Gerd Schiffler:

„Wir waren eine eigenständige Gruppe. Die Mädchen hatten Kaplan Delonge gefragt nach einer Möglichkeit, sich zu treffen und zu tanzen, Musik zu hören.

Kaplan Delonge hat dann die Verbindung zu Martin Otten und Ulrich Eschweiler hergestellt. Die wiederum haben uns zusammengebracht, wir waren zuletzt ca. zehn Jungens, die zusammen arbeiteten.

Wir bauten alles auf. Im Saal wurde rechts und links alles weggeräumt und Tische mit Stühlen  wurden aufgestellt.  Auf die Bühne kam der Aufbau für den Disc Jockey. 

Wir waren nicht in einer Jugendorganisation wie CAJ, KJG oder so. Wir waren eine freie Gemeinschaft, unabhängig von Pfarre.  Im Gegensatz zu der CAJ Tanzabend Gruppe aus dem St. Katharinahaus, durfte bei uns kein Bier ausgeschenkt werden. Das Angebot waren Limo und Cola in Fläschchen - ohne Gläser, so einfach wie möglich.

Es gab ein gewisses Konkurrenzdenken zwischen uns und der CAJ-Gruppe.  Jeder hatte das Bestreben, die Hütte voll zu bekommen. Termine wurden zwar abgestimmt aber jeder wollte Highlights machen.

Wir hatten die  Band von H.W. Schroiff da

> smash four <

Es war einer ihrer ersten Auftritte bei uns.  Natürlich auf der Bühne. Bert Reuber mit seiner Band haben wir nicht für einen Termin bekommen.  

Unser Tanz-Nachmittag ging von 15:00h bis 18:00h, nicht bis in die Abendstunden hinein. Das Alter des Publikums: Schulentlassung 14 bis 16 Jahre. Kein Eintrittsgeld

Unser Publikum waren je zur Hälfte Mädchen und Jungs.

Das teilte sich wieder auf in die wenigen ewigen Nichttänzer, die nur zuschauten und die vielen Tänzer.

Heinz Dückers hatte zu dieser Zeit eine sagenhafte Platten Sammlung. Den haben wir angesprochen, mit zu machen. Er brachte die Platten mit, die damals angesagt waren.

Meine Frau und ich wir haben uns da kennengelernt. Sie war mit in der Veranstalter-Gruppe dabei. Kaplan Delonge, Martin Otten, Ulrich Eschweiler, Bernd Schiffler, Manfred Körfer, Peter Schillings, Robert Beckers, Heinz Dückers und ich, wir waren die maßgeblichen Leute.

Elke Z.  (wohnte unten gegenüber der alten Schule in der Oststraße) und Josi Hilgers haben mal GoGoGirl auf der Bühne getanzt. Damals trugen alle Mädels weiße Kniestrümpfe.  Die beiden  waren nicht in normaler Kleidung zum Jugendheim gekommen, sondern waren für den Auftritt kostümiert gekommen, weil sie sich im Pfarrheim nicht umziehen konnten. Die Herren von der offenen Tür hatten das als anzüglich angesehen. Sie dachten, es sei  die übliche Kleidung.  Das war wochenlang nachher noch Thema in der Pfarre.

Die Mädels hatten prima geprobt und sind super angekommen.

Eine sehr große und wichtige Aktion war unser Tanzkurs mit Wolfgang Maassen. Dieser Kurs ging über ca. 12 Wochen, einmal die Woche nachmittags.

Der Kurs hatte richtig Niveau. Wir lernten den klassischen Wiener Walzer, Foxtrott und vor allen Dingen Discofox, und  alle Schritte, die auf die damals aktuelle Musik passten. Wolfgang war von allen akzeptiert als jemand, der richtig tanzen konnte und auch die Disziplin hielt.

Ganz fantastisch und sehr gut angekommen waren der Mittelball und der Abschlussball im Katharinahaus. Das hatte er auch organisiert. Hierzu kamen Rückmeldungen von den Eltern, dass sie das auch sehr gut und schön fanden. 

Der Kurs fand leider nur einmal statt. Es war schwierig, die Räumlichkeiten im Jugendheim zu bekommen.

Unsere Weihnachtsfeier war auch im Jugendheim. Der Kaplan Delonge hatte das richtig erkannt, dass wir eine gute Jugendformation waren und hat die hl, Weihnachtsmesse mit uns auch im Jugendhein gefeiert.

Einmal haben wir mit Tüchern die Fenster abgehängt. Das gab wieder einen Skandal in Kohlscheid. Wir wollten nur das Tageslicht etwas abdunkeln. 

Gegen Ende der regelmäßigen Veranstaltungen wurde das Publikum immer weniger. Immer mehr Besucher gingen nach Bardenberg zum Treffpunkt. Dort wurde auch so etwas, wie bei uns angeboten. Aber eben auch länger als bis nur nachmittags.

Wir von Kohlscheid mussten um halb zehn den Bus nach Hause bekommen. Ansonsten war ein Fußmarsch angesagt. Geld für ein Taxi hatten wir nicht. Das hätten wir auch von der Gaststätte aus per Telefon bestellen müssen.

Unsere Aktion ist vielen damaligen Besuchern noch im Gedächtnis. Ich werde noch heute angesprochen auf diese schöne Zeit. 

Zehn Jahre nach der letzten Veranstaltung hat die Gruppe sich noch mal getroffen, im KOHO.

Bilder von den Veranstaltungen oder von dem Treffen im KoHo gibt es nicht,   Keiner fotografierte damals.“



Das Puppenspiel Theater

Die verbrannte Bratwurst

Reklame in dem Schaufenster einer Metzgerei in Kohlscheid

Am Sonntag, 25. Februar 2024 wird also immer noch gefragt: Seid ihr alle da?

Bild 1, Plakat von 2024; Foto E Hallmann

.Josef  Fleu berichtet:

„Die Gründung

Im Februar 1951 gründeten Mitglieder mehrerer Gruppen der katholischen Jugend der Pfarre St. Katharina eine Puppenbühne.

Es gab vier oder fünf verschiedene Jungschargruppen der KJG katholische Jugendgemeinschaft; ich erinnere Don Bosco, ST Georg, Gralsritter und weitere. Die Gruppen waren nicht nach Alter aufgebaut sondern die Jugendlichen wählten ihre Gruppe.

 Daraus kamen in den ersten Jahren die Spieler. Die Gruppenleiter hatten veranlasst, dass die Bühne gegründet wurde - mit dem Kaplan Nauen und Franz Kutsch.

Unter der Bezeichnung "Kohl­scheider Puppenspiele” war und ist sie auch heute noch weit über den Raum der ei­genen Pfarrgemeinde hinaus bekannt.

Ab Ende des ersten Jahres habe auch ich dort mitgemacht, zuerst als Hilfe zum Anreichen etc. und als Statist.

Bild 2, Die erste Werbung noch mit dem Begriff Schattenspiele, Archiv Josef Fleu


Die Puppen und die Bühne

Mit einer Hand wird die Puppe geführt gespielt und man steht vor einem Lesebrett und kann dort ablesen. Der Spieler kennt den Inhalt des Stückes und kann entsprechend die Stimme einsetzen bzw. auch die Bewegungen. 

Die Puppen sind überwiegend Original Hohensteiner Handpuppen. Das Schloß Hohenstein liegt in Sachsen. In der Umgebung gibt es Holzschnitzer, die diese Puppen anfertigen.

Der Kasperle ist bei den Hohensteiner relativ klein. Franz Kutsch und seine Mitstreiter haben damals entschieden, für den Kasperle einen größeren Kopf bei dem Schnitzer Emil Wolter  in Westfalen herstellen zu lassen.

Die Puppen die damals angeschafft wurden, inklusive Kasperle und seine Genossen, werden heute noch benutzt. Sie sind also über 70 Jahre alt.

https://www.original-hohnsteiner-handspielpuppen.de/kontakt.htm

Zuallererst hatten wir eine kleine zusammenklappbare Holzbühne. Diese Bühne hatte der Eduard Kaever gebaut.

Bild 3, die erste kleine Bühne, Foto; Archiv Josef Fleu

Die ursprünglich kleine Bühne wurde im Laufe der Zeit durch immer bessere und größere ersetzt. Ihre Vollendung fand sie in der jetzigen vierten Bühne.

Eine Aufnahme von der Bühne in den 50er Jahren ist das Bild 5. Das war eine Holzbühne, die man einfach zusammen montieren konnte.

Später hatten wir eine Bühne aus Rohrgestell, die konnte man zerlegen. Das ist auf Foto 4 zu sehen.

Bild 4, erste Bühne aus Rohrelementen. Foto: Archiv Josef Fleu

Die jetzige Bühne (ohne Bild) wurde von mir in den 70er Jahren aus Vierkantrohr verschiedener Stärken gebaut. Damit können die Segmente ineinander geschoben werden. Diese Bühne brauchen wir heute noch im neuen Pfarrheim.

Bild 5, zweite Holzbühne, aufgebaut im überdachten Vorbau  

(Wer weiß etwas über die Mdonna neben der Bühne rechts? Bitte über Kontakte melden)


Das Publikum und das Repertoire

Zu Bild 5: Bei dieser Vorstellung waren über 200 Zuschauer, die nicht unten in den großen Saal gepasst hätten.

Das war die Ausnahme - es waren nur selten so viele Zuschauer.

Seit den 1970er Jahren sind wir während des Spiels immer stärker auf die Kinder eingegangen. Wenn die Kinder rufen oder Einwände bringen, dann antworten die Spieler. Oft wird auch improvisiert und vom Text abgewichen. Die Kinder werden  also einbezogen

In der 75-Jährigen Geschichte der Gemeinschaft wurden 670 ?????Vorstellungen gegeben, davon allein 400 ????? in Kohlscheid und 270  ????auswärts

Bitte richtige Zahlen einsetzen.

In den ersten Jahren haben wir jeden zweiten Sonntag gespielt. In den 1950er Jahren gab es zur Puppenbühne für Eltern mit kleinen Kindern fast keine Alternative zur Bespaßung.

Ende der 80er Jahre wurde dann aufgrund der wenigen Spieler entschieden, dass nur einmal im Monat gespielt wird. Nachher wurde dann die Entscheidung getroffen auch nur noch in den Wintermonaten zu spielen in den Sommermonaten nicht mehr.

Anfänglich wurden auch Stücke für Erwachsene gespielt nachher dann nur noch für Kinder

Auf der Bühne die auf dem Foto 5 zu sehen ist wurden dann auch schon bekannte Stücke gespielt. Überragenden Zuspruch hatte das Stück „Doktor Faust“. Die Spieler waren damals Paul Joseph Mohr, Georg Düsing, Werner Mohren, Jürgen Aschke, Rainer Schlösser, Werner und Axel Nawrocki und Weitere.

Für jedes Stück wurden die Rollen besetzt.  Meistens wurde sonntags morgens eine Leseprobe gemacht. Der Text wurde nicht auswendig gelernt, sondern abgelesen.

Für die Akteure war ein Stück nicht sonderlich aufwendig. Zu Hause oder im Vorfeld musste nicht viel gelernt werden.

Wir hatten unsere Einnahmen und konnten damit entsprechend Puppen, Utensilien und Texte kaufen. Wir haben das Geld immer so ausgeben, wie wir es brauchten.

Mit Vorliebe kauften wir Kasperlestücke von dem bekannten deutschen Puppenspieler Max Jacob, zB. „Der Räuber Vollbart“ und „Großmutters neues Kleid“.

Sehr viele Texte,  also Stücke sind selbst geschrieben worden. Der Sohn aus der Tabakwarenhandlung Handels am Dreieck, Mathias Handels, hat sehr viele Stücke geschrieben.  Felix und Elmar Fiseni waren auch fleißige Schreiber

.

Der Qualitätsanspruch

Die „Kohlscheider Puppenspiele“ wirken in der „Rheinischen Arbeitsgemeinschaft für Puppenspiel im Bezirk Aachen e. V. mit, gehören der UNIMA Sektion Deutschland an, der Landesarbeitsgemeinschaft für Puppenspiel in NRW und dem Puppenspieler-Weltverband UNIMA-Union internationale de la marionette.

Fazit

Aus der Festschrift „175 Jahre Pfarre St. Katharina 1979“:

„….in Kohlscheid; der Anteil der Kinder liegt bei 75%. Neben einer umfangreichen Bücherei, aus denen die Spieltexte ausgewählt werden, bedient man sich 160 verschiedener meist hölzerner Puppen. Es werden sowohl Kasperle Spiele als auch Märchen oder Märchen ähnliche Stücke gezeigt.“

2024, bestehen die Kohlscheider Puppenspiele nur noch aus acht Personen, Die aber alle bereits über 60 Jahre alt sind. Ausnahmen: Kinder von den Ehemaligen.

Dennoch auch heute noch wird gefragt: „Seid ihr alle da“.


Viele Menschen sorgten für den Erfolg des Kohlscheider Pfarrheims

Wieviel Kinder und Jugendliche das Haus besuchten, könnte man versuchen hochzurechnen. Aber ich glaube die Erfahrungen und die Phantasie aller am Bericht beteiligten reicht aus, zu behaupten

-dass die Gruppenräume von den damals großen Gruppen über die Jahre hinweg regelmäßig besucht wurden,
-dass die Spiel- und Werkräume immer gut genutzt wurden
-dass die Veranstaltungen immer regen Anklang fanden.

Eine zentrale Rolle spielten die Geistlichen der Pfarre. Die Kapläne


Foto von Kaplan ? Nauen,

Kaplan Müller, Foto: Pfarrarchiv St. Katharina

Kaplan Franz Niessen, Foto: Pfarrarchiv St. Katharina

Kaplan Tassler, Foto: Pfarrarchiv St. Katharina

Kaplan Delonge, Foto: Pfarrarchiv St. Katharina

Die für die TOT ehrenamtlich Tätigen waren die Garanten für einen geordneten Ablauf.

? Terhürne, Foto: Familienarchiv

Wilhelm Maassen, Foto: Familienarchiv

Hubert Hollands, Foto: Familienarchiv

Josef Rose, Foto: Familienarchiv

Zu folgenden Personen fehlen uns Bilder. Wer kann helfen?

Peter Augenbraun,

Gottfried Velten,

?Hammers,

?Ortmanns,

? Wery

? üder

Josef Fleu 

Wenn Sie zu dieser Riege  jemanden hinzufügen können (am besten mit Bild), bitte unter Kontakte melden.

 

An dieser Stelle sei diesen Menschen im Namen aller Nutzer des Pfarrheims sehr gedankt für Ihr Tun und Engagement.

Alle ehrenamtlichen Helfer waren die Seele und der Motor des Gesamtwerks Pfarrheim/  Jugendheim, Südstraße 11

Ganz besonders möchte ich persönlich nochmal den Hausmeister Arnold Körfer, et Nönksje erwähnen und den unermüdlichen und immer eifrigen Peter Augenbraun.

Peter war überall dabei. Er sah für sich bei jeder Gruppe, bei jeder Veranstaltung  immer eine Aufgabe. Wegen seiner Behinderung hatte er es schwerer als alle anderen, sich durch zu setzen. Er wurde so manches Mal wegen seiner überzogenen Kritik verlacht – und dennoch so manches Mal wies die „gute Seele“ uns genau die richtige Richtung.


Schlussbetrachtungen

Josef Fleu:

Das Jugendheim war prägend für unsere Generation Die Puppenbühne war für das Pfarrheim ein wesentlicher Bestandteil. Das war Heim wurde nicht nur kontinuierlich von der Puppenbühne benutzt sondern auch von den Jugendgruppen kirchlicher Organisationen.

All das was im Pfarrheim abgehandelt, veranstaltet, geboten wurde war eine riesige Leistung der Pfarre. Den Vergleich zu dem heutigen kann ich nicht vornehmen.

Damals war das ein Zufluchtsort. Zu jeder freien Minute traf man sich in diesem Haus ohne feste Verabredung.

Gerd Schiffler: Unsere Kapläne waren diejenigen, die etwas unternommen haben, die haben etwas bewirkt, nämlich die Grundlage für unser Denken bis in die heutige Zeit.

Für Kohlscheid war das eine Wende, weg von diesen alteingesessenen Traditionen hin zur Öffnung für junge Menschen.

Für uns Jugendliche ging alles Gesellschaftliche über das Jugendheim, später über das Katharinahaus.

Erich Pelzer:

Viele Jahre später traf ich meinen alten Freund Wolfgang-    Wir fragten uns:  wie haben uns die DJK und die CAJ in dieser Zeit geprägt?
Wir waren beide einstimmig der Meinung -  diese Zeit war für uns sehr wichtig. Damals haben wir gelernt, wie man christlich denkt und sich mit den Mitmenschen richtig und umsichtig verhält. Wir lernten Zusammengehörigkeit,  Solidarität,  Hilfestellung,  Rücksichtnahme  und sozialpolitisch in die richtige Richtungdenken.

Mein  persönlicher Kommentar zum Pfarrheim:

Wir konnten uns ausprobieren und fragen -  wie komme ich bei anderen an?  Was kann ich gut?  Könnte der mein Freund, die meine Freundin werden?

Eine wichtige Funktion des Pfarrheims war: So wie die Erwachsenen sich in Wirtschaften trafen, ohne sich zu verabreden, so trafen wir uns im Pfarrheim. Das alte Gebäude mit den unterschiedichen Räumen in einer für Fremde komplizierten Anordnung war für mich eine wohlwollende Umgebung.

Das vielfältige Angebot etwas machen zu können und das in einem Haus, machte Ausprobieren leicht.
Und damals war Freizeit (fast) kostenlos.

Die Zeit im Pfarrheim hatte eine nachhaltige Wirkung: Wertschätzung, die ich bei vielen Anlässen bekam. 




Pfarrheim Südstraße 11 Kohlscheid, Foto: Archiv Heimatverein Kohlscheid


Das Ende

1977 war die Einweihung des neuen Jugendheims neben der Kirche. 

Die  Zeitung schrieb in Unwissenheit zu dem was das Pfarrheim Südstraße 11 für Kohlscheid bedeutete:



Mitgewirkt  haben  beigetragen haben:


Quellen  und Dank

Pfarrbrief 1970, Pfarrer Franken
Josef Gasten 1989, S. 275 und 303
Josef Aretz, Spuren der Vergangenheit 4 Bände
Festschrift „175 Jahre Pfarre St. Katharina 1979“
Aachener Volkszeitung
Aachener Nachrichten
Sonntagszeitung
Frau Treckmann, (Herr Treckmann war Trainer von DJK)
Chronik Pfadfinder, Verfasser Werner Knurren
Pfarrarchiv
Archiv Heimatverein Kohlscheid


Mitgewirkt haben:

Karl Schaffrath   
Erich Pelzer
Paul Pfeiffer
Winfried Simons
Gerd Schiffler
Josef Fleu

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